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16.04.2009 08:20
Rubrik: Berater

Kampf um neue Regeln

Quelle: Fotolia

Die Finanzmarktkrise hat der Politik ein heißes Wahlkampfthema beschert: verständliche, umfassende und haftungssichere Regeln für Finanzberater. Was die Verbraucherschutzministerin darunter versteht und welche Vorschläge diskutiert werden.

Checklisten, Beweislastumkehr, Finanz-Tüv, Anreizsysteme – viele Schlagworte schwirren durch die Presse. Seit sich die Finanzmarktkrise verschärft hat, scheint es erstmals einer breiten Öffentlichkeit aufzufallen, dass die Regulierung der Finanzberatung in Deutschland einem Flickenteppich gleicht. Je nach Produkttyp gelten andere Zulassungskriterien für Vermittler (siehe Schaubild).

Vieles soll sich nun ändern, der Flickenteppich einem einheitlichen Standard weichen. Galionsfigur des Wandels ist Ilse Aigner (CSU), Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Ihr Ministerium (BMELV) hatte im Dezember 2008 eine Studie zur Beratungsqualität und deren Verbesserungspotenzial herausgegeben (DAS INVESTMENT.com berichtete). Vor allem aus der Versicherungsbranche hagelte es dazu Kritik.

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Mitte März kam es auf Einladung Aigners auf einer Tagung in Berlin vor 200 Experten zu einer Art Showdown aller betroffenen Interessengruppen. 140.000 Anrufe und Briefe habe sie erhalten, bekannte Aigner, zahlreiche tragische Einzelschicksale von schlecht beratenen Anlegern darunter. „Das Vertrauen in die Finanzwelt ist deutlich erschüttert. Das hat weitreichende Folgen“, so die Ministerin. Neben den Banken sehe sie die Politik in der Pflicht. Daher hat sie mit dem BMELV die „Qualitätsoffensive Verbraucherfinanzen“ gestartet, die dem Verbraucher das Rüstzeug an die Hand geben soll, dem Berater die richtigen Fragen zu stellen und die Qualität der Beratung einschätzen zu können.

Routenplaner für Verbraucher

Zwei Aspekte sind für die Ministerin besonders wichtig: Transparenz und Verständlichkeit. Es müsse klar sein, was sich hinter einem Produkt verbirgt, und dieses solle halten, was es verspricht. Aigner sprach sich für eine Mindestqualifikation für Anlageberater analog zur Versicherungsbranche aus. Auch die „Anreizsysteme“ für Finanzberater gehörten auf den Prüfstand. Es könne nicht sein, dass viele Vermittler nicht von den Bedürfnissen des Kunden, sondern von ihrem Provisionsinteresse gelenkt würden. Sie will die Honorarberatung stärken und dem Kunden die Entscheidung überlassen, welchem System er den Vorzug gibt.

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