QFZ: „Selbsthilfekräfte der Branche nutzen“
Wie kann sich die Finanzberatungsbranche eigenständig reformieren und bessere Qualitätsstandards entwickeln? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Initiative „Qualität formt Zukunft“ (QFZ). DAS INVESTMENT.com sprach mit Stiftungsvorstand Thomas Walter, einem der Initiatoren.
DAS INVESTMENT.com: Warum haben Sie für QFZ eine Stiftung als Rechtsform gewählt?
Thomas Walter: Wir haben die QFZ vor eineinhalb Jahren gestartet, nach umfangreichen rechtlichen Vorarbeiten sind wir seit Februar 2009 eine Stiftung. Wir wollen der Branche fortwährend Impulse für eine Weiterentwicklung aufzeigen, von denen wir glauben, dass sie notwendig sind. Wir brauchen den Dialog mit allen relevanten Gruppen, um etwas zu bewirken. Dass wir dies in Form einer Stiftung tun, zeigt an, dass das, was wir tun, langfristig und auf Dauer angelegt ist.
DAS INVESTMENT.com: Welche Gesellschaften unterstützen Sie direkt oder sind mit der Stiftung verbunden?
Walter: Die Stiftung ist unabhängig und zielt nicht auf Gewinne ab. Unser Kapital beträgt 600.000 Euro. Die Kosten im vergangenen Jahr lagen bei 700.000 Euro, 2009 werden sie wohl höher liegen. Daher müssen viele Vorhaben über Spenden projektbezogen finanziert werden, wir sind auf Mittel von Banken, Versicherern und Finanzvertrieben angewiesen. Premium Partner der QFZ sind derzeit die Formaxx AG, die das gesamte Projekt mitinitiiert hat, sowie die LV1871, die Sparda Bank Hamburg, Standard Life und Delta Lloyd. Dazu kommt noch die Kommunikationsagentur SHR Finance. Die Partner spenden entweder konkret projektbezogen oder bauen mit einer Spende den Kapitalstock auf, aus dem später die Arbeit der Stiftung finanziert wird.
DAS INVESTMENT.com: Sie wollen unter anderem ein allgemeinverbindliches Gütesiegel für Finanzberatungsqualität entwickeln. Wie weit sind Sie damit?
Walter: Wir haben zunächst mit Verbraucherschützern aller Couleur gesprochen, wie ein solches Gütesiegel aussehen kann. Da gibt es teils widerstrebende Aussagen. Teilweise vertreten die Verbraucherschützer die Ansicht, dass die Selbstheilungskräfte der Branche höher sind, wenn die Branche sich aus sich selbst heraus reformiert. Dies habe eine höhere Glaubwürdigkeit als zum Beispiel eine Regulierung von außen auf eher akademischem Niveau. Andere Verbraucherschützer hingegen wollen sich mit den Marktteilnehmern gar nicht auseinandersetzen.























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