Leser-Aktion: Honorarberatung, die bessere Finanzberatung?
In ganzseitigen Werbeanzeigen fordert die Quirin Bank Spitzenpolitiker zu einem Provisionsverbot auf und sammelt zurzeit Unterschriften für eine entsprechende Petition. Ein Leser von DAS INVESTMENT.com hält die Diskussion hingegen für "völlig überspitzt". Ein weiterer bezeichnet die Finanzberatung gegen Honorar gar als "Schmarrn". Was ist Ihre Meinung?
Die virtuelle Zähltafel auf der Webseite der Quirin Bank zeigt aktuell bereits mehr als 1.385 Stimmen an. Hinter dieser Zahl stehen Personen, die die Kampagne der „Honorarberatungsbank“, nämlich Finanzberatung gegen Provisionen zu verbieten, unterstützen.
>> die Slogans der Provisionsverbots-Kampagne und die Statements von Karl Matthäus Schmidt
Auch wenn es bis zum Ende der Kampagne Mitte November nicht für eine öffentliche e-Petition im Bundestag reichen sollte – hierfür braucht es 50.000 virtuelle Unterschriften – zeigt sich Karl Matthäus Schmidt, Vorstandschef der Quirin Bank, mit dem Verlauf der Aktion durchaus zufrieden: „Wir sammeln jeden Tag etwa 100 Unterschriften ein – und das in einer Zeit, in der nur noch von Gesundheitsreform und Steuerentlastung die Rede ist.“ (zum Interview)
Honorarberatung für alle und alles wird gut?
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Michael Körner, Leser von DAS INVESTMENT.com, sieht keinen festen Zusammenhang zwischen der Qualität und dem Vergütungsmodell, das hinter der Beratung steht: "Der Honorarberater 'kassiert' jedes Mal, wenn der Kunde einen Wunsch äußert, und die Provisionsvermittler müssen die Gebühren sowieso offenlegen. Ich als 'Provisionsberater' habe damit überhaupt kein Problem und meine Kunden auch nicht."
Max, ein andere Besucher unserer Webseite, bläst in das gleiche Horn: "Was für ein Schmarrn - wer kann nur so doof sein, eine Pauschalgebühr von 1,65 Prozent auf das gesamte Depotvolumen zahlen. Dafür kann ich selbst zu Normalkonditionen bei einer Filialbank mein gesamtes Aktiendepot eineinhalb Mal drehen."
>> alle Lesermeinungen zum Thema Honorarberatung im Überblick
Ist Honorarberatung die bessere Finanzberatung?
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Es steht aber zu hoffen, das weniger sogenannten "Berater" der Kreditinstitute ihren Kunden unpassende Produkte verkaufen. Unter Druck gesetzt von ihren Vorgesetzten, und den Zentralen sehen sich diese "Berater" anscheinend dazu genötigt unwissenden und gerne auch älteren Menschen Produkte "reinzudrücken" um ihre Provisionsziele zu erreichen
(Zertifikate sind übrigends wieder zurück und werden verkauft, als gab es kein Lehman Debakel... und natürlich OHNE Absicherung des Emittenten Ausfall Risikos ;-)
Ich denke, das das -und die gnadenlose Inkompetenz der "Berater"- erst mit der Abschaffung der Provisionen ein Ende finden würde.
Denn eines ist klar: es wird keine Abschaffung der Provisionierung geben in Deutschland. Dafür verdienen zu viele Personen und Organisationen über Provisionen mit.
(Noch irgendwer einen Schiffsfonds mit 10% Provision gefällig...? Damit ein pseudo-konservativer sogenannter "Reeder" -schön mit Einstecktuch- seinen illustren Hobbys nachgehen kann. Lady's and Gentlemen - it may be a sureprise to you - but this is not a nobel business it's just freaking leverage). Gegen die Lobbyarbeit der verschiedenen Organisationen besteht nicht die Spur einer Chance. But it's a nice idea...
Da hat sich aus meiner Sicht auch bis heute - trotz der vielen Diskussionen - nicht viel getan. Wenn ich einem "Otto-Normal-Anleger" heute sage, dass er im Vergleich zu einer klassichen Provisionvermitllung in seinem Fall locker 2.000 - bis 3.000 Euro spart, er mir aber dafür ein Honorar über z.B. 850 Euro zahlen muss, packt ihn das blanke Entsetzen und er geht zum 0815-Vermittler um die Ecke, denn da bekommt er es ja "umsonst".
So gern ich auch daran glauben möchte, dass wir einer seriösen und einträglichen(!) Honorarberaterzukunft entgegensehen, so sehr glaube ich auch, dass das noch lange, sehr lange dauern wird, bis das von wirklich allen Beteiligten mitgetragen wird. Aber wie heißt es so schön: Schaun mer mal...
Es gibt sowohl gute Berater, die auf Provisionsbasis arbeiten, als auch schlechte, die gegen Honorar tätig werden.
Ein Nachweis der Qualifikation des Beraters und eine nachvollziehbare, plausible Entscheidungsvorlage, am besten im Rahmen eines vollständigen Finanzplanes, sind im meinen Augen die geeigneten Instrumente, an denen die Qualität gemessen werden kann.
Klar ist aber auch, dass dieser Umfang an Leistungen auch bezahlt werden muss - und bislang sind kaum Kunden aus dem sogenannten "Retail-Geschäft" bereit, Geld für eine gute Beratung in die Hand zu nehmen.
Sollte also die Beratung gegen Provision abgeschafft werden, so würde dies zunächst dazu führen, dass noch mehr Kunden Verträge ohne Beratung Online abschließen oder lieber gar keine Beratung in Anspruch nehmen.
Bei uns kann der Kunde wählen, ob er einen Stundensatz, ein Pauschalhonorar, auf Provisionsbasis oder im Rahmen von Mischmodellen beraten werden möchte. In jedem Fall ist eine vollständige Nachvollziehbarkeit der Ratschläge und der Kosten gegeben.
Die Gesamtberatungsqualität der Bürger würde sicher fallen, einige Wohlhabende ersparen sich Kaufspesen.
und will z.B. für 50' Fonds kaufen, natürlich ohne Ausgabeaufschlag.
Argument: gibts im Internet ja zuhauf. Also bleibt dem Vermitler nur die
Bestandsprovision, so etwa 0,4 - 0,6 %. Dafür muss er sich um den Kunden
kümmern (es wird per Telefon nachgefragt, der Kunde will umschichten etc.
oder es muss aus Renditegründen umgeschichtet werden usw.), dies alles bringt
aber kein zusaätzliches Geld, wohl aber zufriedene Kunden, die dem Berater die 0,x%
gönnen. Dies definiert übrigens einen guten Vermittler/Berater.
Ein Honorarberater zahlt selbstverständlich alle Provisionen und Bestandsprovisionen
an den Kunden zurück. Was aber, wenn der Kunde nachdem er die Beratung bezahlt hat
(etwa 1000,- €) noch Fragen hat. Ist dies im Preis imbegriffen oder eine neue Beratung?
Wird der Honorarberater, wenn die Kunden knapp werden, den alten Kunden wieder eine
Beratung anbieten/aufdrängen ("... es besteht Handlungsbedarf.."). Wird der Honorarberater,
wenn er merkt dass seine Empfehlung einer Umschichtung bedarf, den Kunden dies gratis
mitteilen und neu beraten?
Warum sollen nicht beide Systeme parallel nebeneinander verwendet werden, die Entscheidung
trifft sowieso der Kunde.
Ich entscheide nach Prüfung der Qualität(Beratungsleistung) und Kosten(Weichkosten), ob ich ein Produkt kaufe. Dazu braucht man keinen Staat, der alles "reguliert". Jeder Mensch sollte weiterhin die Freiheit haben "selbst" zu entscheiden, was er sich finanziell Leisten will(möchte man VW fahren/Brötchen beim Bäcker kaufen) und kann (lieber doch Skoda/Brötchen bei Aldi kaufen).
"Die Qualität muß stimmen, damit der Kunde wieder kommt, nicht das Produkt"
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