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Berater, Wissen

500.000 Euro für die Gier der Banker: Psychologe bekommt Forschungsstipendium

Was haben sich die Banker, die durch ihre Gier die Risiken aus den Augen verloren und die Weltwirtschaft damit in die schlimmste Finanzkrise seit der Großen Depression stürzten, nur dabei gedacht? Diese Frage soll nun der Jenaer Psychologe Johannes S. Hewig beantworten – mit Unterstützung der Volkswagen-Stiftung.

Johannes S. Hewig
Quelle: Anne Günther/FSU

„Emotionen - sowohl positive als auch negative - haben einen entscheidenden Einfluss auf unser Handeln", sagt Johannes S. Hewig von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Für seine Untersuchungen zu „Psychologischen Einflussfaktoren bei ökonomischen Entscheidungen“ hat der Jenaer Forscher eines der renommierten Stipendien der Volkswagen-Stiftung – den „Schumpeter-Fellowship“ – erhalten. Der mit 500.000 Euro dotierte Preis soll Hewig ermöglichen, seine Studien in den kommenden fünf Jahren fortzusetzen.

„Wird eine bestimmte Verhaltensweise durch Lob, Anerkennung, Erfolgserlebnisse, oder aber auch Geld belohnt, wiederholen sie die Menschen immer und immer wieder“, so die Kernthese der klassischen Lernpsychologie. Nun will Hewig herausfinden, wie sich diese Erkenntnis im Wirtschafts- und Finanzbereich umsetzen lässt.

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Das Projekt ist in drei Schwerpunkte unterteilt. Im ersten Teilprojekt sollen Probanden um virtuelle Geldbeträge spielen. In einer weiteren Testphase wird untersucht, ob die Entscheidungen risikofreudiger werden, wenn die Probanden durch äußere Einflüsse wie Filme positiv gestimmt sind. In einer dritten Gruppe will Hewig herausfinden, ob Jugendliche sensibler auf Emotionen reagieren als Erwachsene.

Erste Ergebnisse erwartet Hewig bereits in diesem Herbst.

Hintergrundinfo: Mit dem „Schumpeter-Fellowship" würdigt die Stiftung seit 2006 junge Wissenschafter, die bahnbrechende Forschungsprojekte vorantreiben und durch Kooperationen über die Fachgrenzen hinaus neue wissenschaftliche Wege gehen.

Der Namensgeber des Preises Joseph Alois Schumpeter hatte übrigens mit Emotionen bei Entscheidungsfindung nichts am Hut. In seinem wohl bekanntesten Werk „Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie“, das 1942 erschienen war, stellte er die Menschen vielmehr als ausschließlich rational handelnde Individuen dar, die selbst ihre politischen Entscheidungen auf der Grundlage ökonomischer Überlegungen treffen.

Von: Svetlana Kerschner

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