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08.04.2010 13:01
Berater, Unternehmen, Thema

AWD, DVAG, MLP und OVB: Vertriebstitanen im Vergleich

Die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) verzichtet auf Produktklassen wie Zertifikate und geschlossene Fonds und fungiert als Ausschließlichkeitsvertrieb der Generali-Gruppe. Bis auf kleine Ableger in Österreich und der Schweiz hat die DVAG kein Auslandsgeschäft.

MLP besitzt hingegen den Maklerstatus, zielt vorrangig auf Akademiker als Kundenzielgruppe und hat das Auslandsgeschäft bereits 2008 aufgegeben.

AWD und OVB operieren als Mehrfachvertreter (Vertreter mit Erlaubnis) und sind vergleichsweise stark im europäischen Ausland engagiert. Doch auch hier kam es zu Rückzügen: AWD gab 2009 die Märkte in Rumänien und Kroatien auf.

Eklatante Unterschiede bei Provisionserlös pro Berater

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Eine interessante Kennzahl für die Effizienz – wenn auch nicht die einzige - ist der Pro-Kopf-Provisionserlös eines Beraters: Hier ergeben sich aufgrund der aktuellen Daten eklatante Unterschiede, die auch auf die unterschiedlichen Konzepte und Kundengruppen der Finanzvertriebe zurückgehen. MLP führt diese Liste mit knapp 200.000 Euro Provisionserlös pro Berater an, ein AWD-Berater erzielt halb so viel, ein OVB-Berater ungefähr ein Viertel dessen.

Die relativ geringe Zahl der DVAG in dieser Spalte (knapp 30.000 Euro) muss insofern relativiert werden, als dass die DVAG erklärtermaßen nach wie vor mit vielen Nebenberuflern arbeitet: Lediglich 43 Prozent der mehr als 37.000 Berater (16.000 Berater) sind im Hauptberuf Vermögensberater. Der Pro-Kopf-Provisionserlös eines hauptberuflichen Beraters dürfte demnach höher sein.

Weitere Informationen:

> zum Geschäftsbericht der DVAG
> zum Geschäftsbericht von MLP
> zum Geschäftsbericht der OVB

AWD hat den Geschäftsbericht 2009 noch nicht veröffentlicht. Online sind lediglich die 9-Monatszahlen für 2009.

Von: Oliver Lepold

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Wolfgang Ruch, 08-04-10 14:51:
Die in dem Artikel angegebenen Pro-Kopf Umsätze ergeben sich aus dem Umsatz des Konzerns geteilt durch die angegebenen Handelsvertreter.

Leider haben die Handelsvertreter selber einen erheblich geringeren durchschnittlichen Umsatz. So werden nur ein Teil der Provisionen an diese weitergegeben. Im Fall des AWD ca. 65% (Quelle Halbjahresbericht 2009). Damit sinkt der Pro-Kopf-Umsatz erheblich. Von diesen Einnahmen muss der Handelsvertreter dann selber seine unternehmerischen Kosten (Büro, Auto, Telefon etc.) und seine private Absicherung (KV, Altersversorgung etc.) tragen.

Da bleibt dann nicht mehr viel zum Leben. Da es in jedem Vertrieb immer einige sehr gut verdienende Mitarbeiter gibt, wage ich gar nicht zu berechnen, wie hoch der Umsatz / mögliche Gewinn eines „normalen“ hauptberuflichen Mitarbeiters ist.

Über die Konsequenzen eines nicht ausreichend verdienenden Mitarbeiters möge sich jeder selber seine Gedanken machen. Denn Faulheit kann man den Mitarbeitern im Strukturvertrieb am seltensten vorwerfen.

Wolfgang Ruch
Ruch Finanzberatung GmbH
Folkert Mindermann, 09-04-10 23:29:
Sehr geehrte Damen und Herren, Ihr "Tabelle der Vertriebsgiganten" ist sehr informativ. Doch scheint mir, dass sich bei der Kundenzahl von AWD ein Fehler eingeschlichen hat: Ich kann mir kaum vorstellen, dass sich die Kundenzahl in den letzten 5 Jahren halbiert hat. 441.600 sind sicherlich die in 2009 beratenen Kunden. Da hieße, bei AWD hätte jeder Berater 2009 83 Kunden beraten, bei ovb wären es nach Ihrer "Nomenklatur" 594 und bei MLP folglich 330. Bei allem "Faible", den sie für ovb und MLP haben mögen, hat das wohl nichts mir der Realität zu tun. Fragen Sie doch einmal - mit Gruss von mir - Herrn Deselaers!
Die Redaktion , 13-04-10 10:10:
AWD veröffentlicht die Gesamtzahl der Kunden auch auf Anfrage nicht. Wir haben die gemeldete Zahl mittlerweile als "beratene Kunden 2009" in der Tabelle gekennzeichnet. Vielen Dank für den Hinweis
Aufmerksamer Leser, 22-07-10 14:53:
gibt es eine Statitik (nicht nur bei den o.a. Vertrieben) über den Anteil an Umsatz durch Eigenabschlüsse, Verträge bei Angehörigen, unnötige Umdeckungen im eigenen Kundenkreis und bei Ausspannungsgeschäften?

Umsatzrückgang wodurch? Selbst der dümmste Verbraucher merkt halt irgendwann, ob er beraten oder verkauft wurde!

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