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23.04.2010 15:16
Rubrik: Berater

Vermögensverwalter: Kunden stören sich an bürokratischen Beratungsprotokollen

Quelle: Fotolia

Sind die seit Januar eingeführten Beratungsprotokolle bei der Anlageberatung für den Anleger hilfreich? Der Verband unabhängiger Vermögensverwalter hat seine Mitglieder befragt. Warum diese die Pflichtprotokolle meist kritisch sehen.

Eigentlich soll dem Anleger mit Beratungsprotokoll ein Beweismittel für etwaige Schadensersatzansprüche an die Hand gegeben werden, daneben soll er in der Anlageentscheidung unterstützt und der Verbraucherschutz erhöht werden. Das aktuelle VuV-Stimmungsbarometer, eine Umfrage des Verbandes unabhängiger Vermögensverwalter (VuV) unter seinen Mitgliedern, zeigt jedoch, dass eine deutliche Mehrheit darin keine Entscheidungshilfe sieht.

„Rund 85 Prozent der befragten unabhängigen Vermögensverwalter geben an, dass das Protokoll den Kunden bei der Anlageentscheidung nicht wirklich unterstützt“, so Günter T. Schlösser, Vorstandsvorsitzender des VuV. Im Rahmen eines klassischen Mandats zur Vermögensverwaltung bestehe zwar keine Protokollierungspflicht, so Schlösser. „Aber viele Kunden möchten speziell zu einzelnen Anlagen außerhalb der Vermögensverwaltung eine Beratung. In solchen Fällen müssen wir die Empfehlung über mehrere Seiten protokollieren. Oftmals empfinden die Kunden dies als störend“, sagt Schlösser.

Aus der Umfrage geht hervor, dass zahlreiche Kunden (36 Prozent) das Protokoll als eine bürokratische Formalität empfinden. Nach Einschätzung Schlössers ist dies ein Zeichen dafür, dass das den unabhängigen Vermögensverwaltern entgegengebrachte Vertrauen so hoch ist, dass ein Bedarf für ein Beweismittel nicht gesehen wird.

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Weiteres Ergebnis der Umfrage: Über die Hälfte der Finanzportfolioverwalter (54 Prozent) sagt, dass sie eine verstärkte Nachfrage von Kunden registriert. Das entspricht einer Steigerung von sieben Prozent im Vergleich zur letzten Umfrage. „Gerade jetzt wünschen Kunden eine neutrale Betreuung und nehmen die unabhängigen Vermögensverwalter verstärkt als Alternative zu Banken wahr“, so der Verbandsvorsitzende Schlösser. „Dies liegt vor allem im stark gesunkenen Vertrauen der Kunden gegenüber dem vertriebsorientierten Angebot der Banken begründet.“

Befragt zur Zukunft der Honorarberatung glauben derzeit nur 44 Prozent der Umfrageteilnehmer, dass sich diese Beratungsform hierzulande gegenüber der Bezahlung von Finanzberatern über Provisionen in den kommenden Jahren durchsetzen wird. In der letzten Umfrage lag dieser Anteil noch bei über 50 Prozent.

An der aktuellen Umfrage, die an alle 191 Mitglieder des VuV gesandt wurde, haben 52 unabhängige Vermögensverwalter anonym teilgenommen.

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