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27.08.2010 11:30
Rubrik: Berater

Zweite Halbzeit: Vom Profifußballer zum Finanzprofi

Andreas Schmidt, Laransa Consulting

Ex-Herthaner Andreas Schmidt berät heute Bundesligaspieler bei der Geldanlage – und profitiert dabei von seinen Erfahrungen auf und neben dem Spielfeld.

Ein legendärer Einzug ins Pokalfinale 1993 mit der Amateurmannschaft, Aufstieg in die Bundesliga 1998, 1999 bis 2000 als Stammspieler in der Champions League gegen Mailand, Chelsea und Barcelona. Andreas Schmidt war Defensiv- Spezialist und Mittelfeldmann, fast universell einsetzbar in mehr als 450 Spielen für Hertha BSC Berlin.

Seit der Saison 2005/2006 war Schmidt Stand-by-Profi und gleichzeitig Kapitän der zweiten Mannschaft: Er sollte dort den Nachwuchsspielern zeigen, wie es läuft. Auch heute noch kümmert sich das „Hertha-Urgestein“ („Bild“) um Nachwuchsspieler und etablierte Profis. Nicht mehr auf dem Platz, sondern in seinem Büro im 13. Stock, einen Steinwurf vom Ku’damm entfernt. Um Fußball geht es dort nur ausnahmsweise: Schmidt berät Profifußballer in Finanzfragen.

Profi-Fußballer als Zielgruppe

Erfahrung in der Defensive ist da offenbar besonders wichtig: „25 Prozent der Profi-Kicker geraten nach ihrer Karriere aus verschiedenen Gründen in Not oder gehen pleite“, sagt Schmidt. Meist seien zu hohe fixe Ausgaben für kreditfinanzierte Immobilien das Problem. Schwierigkeiten sieht Schmidt insbesondere bei Drittligaspielern, die trotz mitunter sechsstelliger Gehälter wenig zurücklegen und bei Arbeitslosigkeit schnell vor dem Nichts stehen können.

Schmidt macht den gleichen Fehler nur einmal: Seine ersten Immobilien finanziert der Defensivspieler offensiv über Kredite, die durch seinen Spielervertrag abgesichert waren und über eine Lebensversicherung getilgt wurden. „Im Nachhinein ist das die einzige Entscheidung, die ich heute anders treffen würde – zu viel Risiko“, bekennt Schmidt. Die Hertha war gerade erst aufgestiegen und das Gehalt genauso unsicher wie der Verbleib des Vereins im Oberhaus.

Das erste Finanzgeschäft

Entschieden hat Schmidt schon vor dem Pokalendspiel 1993 mit den Hertha-Bubis gegen Leverkusen (0:1), wenn es um Finanzen ging. „Meine Eltern haben mich mit in die Bank genommen, dort habe ich in der Hochzinsphase Bundesschatzbriefe gezeichnet“, erinnert sich Schmidt an sein erstes Anlagegeschäft mit 17 Jahren.

Als er im Profifußball bei Hertha angekommen ist, erhöht er das Risiko und wird Aktienanleger. Sein erstes Papier: Die Telekom-Aktie, die er nach dem Börsengang beim Stand von 40 Euro verkauft. Schmidt interessiert sich für Wirtschaft und Börse, beginnt 1995 ein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Berlin. Während bei langen Fahrten zu Auswärtsspielen die Mannschaftskollegen im Bus pokern, beschäftigt er sich mit Börsenkursen und Wirtschaftsblättern.

Von: Oliver Lepold

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