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07.10.2010 14:33
Rubrik: Berater

Quirin-Bank-Beratung versus klassische Provisionsberatung: Teurer, dafür aber besser?

Berliner Filiale der Quirin Bank am
Kurfürstendamm

Vermögensverwalter Hannes Peterreins hat ein zweites Mal gerechnet: In den meisten Fällen ist eine Vermögensverwaltung bei der Quirin Bank nach Steuern teurer als eine klassische Fondsberatung gegen Provisionen. Offen bleibt die Frage, ob die Quirin-Banker bessere Ergebnisse erzielen und welche Vorteile ihre Kunden sonst noch erwartet.

Vor drei Tagen stellten wir die Frage: Ist die Vermögensverwaltung der Quirin Bank zu teuer? Ausgangspunkt war ein vom Münchner Vermögensverwalter Hannes Peterreins angestellter Kostenvergleich zwischen dem Gebührenmodell der Quirin Bank und den Anlegerkosten einer klassischen Fondsberatung gegen Provision.

Das Ergebnis: Bei einer Anlagesumme von 100.000 Euro und dem Preismodell 1 der Quirin Bank (75 Euro pro Monat plus 20 Prozent auf den Portfoliogewinn)  bleiben von einer Rendite von 7 Prozent nach Steuern und Gebühren noch zirka 3,13 Prozent übrig.

Bei einer klassischen Fondsberatung gegen Provision blieben in diesem Fall – bei angenommen laufenden inneren Fondskosten von 1,8 Prozent pro Jahr – 3,74 Prozent Rendite übrig. Bei jährlichen Fondskosten von 1,5 Prozent wären es sogar 3,96 Prozent Rendite.

Ein Grund für die doch recht hohe Differenz der Nettorendite liegt für Peterreins auf der Hand: „Seit 2009 kann man Depotführungsgebühren und Vermögensverwaltungshonorare nicht mehr von der Steuer absetzen." Provisionen hingegen schmälern direkt den steuerpflichtigen Kapitalertrag.

Stefan Heine, Abteilungsdirektor Wealth Management in der Berliner Quirin-Bank-Filiale, stellte die Rechnung von Herrn Peterreins in Frage. Wählt man ein anderes Gebührenmodell komme man in diesem konkreten Fall zu einem aus Kundensicht besseren Ergebnis. „Kein Kunde, der bei der Quirin Bank beraten wird und 100.000 Euro anlegt, würde das Preismodell 1 wählen." Außerdem, so Heine, können Kunden mit hohen sechs- oder siebenstelligen Beträgen mit Preisnachlässen rechnen.

Zudem zweifelt Heine an, dass die Kosten der Quirin Bank nicht steuerlich absetzbar wären – hier läge im Detail noch keine endgültige Regelung vor. „Wir gehen nach aktueller Rechtsauffassung davon aus, dass die Gebühren im Modell 2 (Pauschalgebühr) zu 50 Prozent absetzbar sind, weil sie durch Transaktionskosten verursacht werden."

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Zudem betont Heine, dass es der Quirin Bank weniger um die Kostenführerschaft als um Kostentransparenz, Beratungsqualität und der Vermeidung von Interessenkonflikten gehe.

Peterreins nahm sich die Kritik zu Herzen und rechnete erneut nach: Mit verschiedenen Anlagesummen von 10.000 bis 2.000.000 Euro, mit Renditen von 4, 7 und 10 Prozent und mit den von der Quirin Bank angebotenen Gebührenmodellen.

Steuerlich übernahm Peterreins die Annahme von Heine, dies jedoch gegen seine persönliche Überzeugung: „... ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Quirin Bank mit dieser Auffassung durchkommen wird. Aber ich will einmal großzügig sein und annehmen, dass Herr Heine bis zum obersten Gerichtshof klagt und am Ende Recht bekommt, ..."

Das Ergebnis: In den meisten Fällen ist eine Vermögensverwaltung bei der Quirin Bank nach Steuern teurer als eine klassische Fondsberatung gegen Provisionen. Anleger mit viel Vermögen werden bei der Quirin Bank deutlich besser gestellt als weniger reiche Kunden.

Bleibt die Frage, ob Honorarberater im Allgemeinen und Quirin-Banker im Speziellen bessere Ergebnisse erzielen als Provisionsberater und welche Vorteile die Kunden der Quirin Bank sonst noch erwartet.

Fortsetzung Seite 2...

Peter Schmidt, 07-10-10 15:50:
Liebe Leute, es gibt keine "Provisionsberatung". Eine Provision hat begrifflich immer etwas mit Vermittlung zu tun. Das ist nichts ehrenrühriges, aber es ist nun mal so.
Marlies Hopp, 12-10-10 12:46:
Was soll das heißen? Ist das die Zwei-Klassen-Medizin der quirin bank? Desto komplexer das Vermögen, desto billiger wird's? Na, das klingt ja seriös.

"Außerdem, so Heine, können Kunden mit hohen sechs- oder siebenstelligen Beträgen mit Preisnachlässen rechnen."
Marina Adamik, 04-01-11 21:08:
Die Ausführungen von Herrn Heine über die kundenfreundliche und immer zum Nutzen des Kunden ausgerichtete Beratung und selbstständige regelmäßige Kontaktierung des Beraters entlockt mir nur ein bitteres Lachen und muss wohl nach 2008 eingeführt worden sein. Ich habe das 2007 und 2008 anders erlebt und ca.20 % Verlust verkraften müssen. Allerdings gehörte ich auch zu den "armen" Kunden der Bank die ich aus meiner bitteren Erfahrung nicht weiterempfehlen kann.
Johann Bogner, 03-02-11 09:04:
Meine Erfahrungen mit der Quirinbank nach knapp einem
Jahr möchte ich gerne weiter
geben.
Die Kosten und Abgaben der
Quirinbank sind im Vergleich
zum Ertrag viel zu hoch .
Jede Geldanlage mit einem
Zins von 2% auf das Tagesgeld
wäre interessanter gewesen.
Schmäh, 23-02-11 10:19:
Will Marina und Johann die Quirinbank nur herabsetzen, damit nicht allzuviele da ihr Geld anlegen?
@Schmäh, 25-02-11 14:25:
Haben quiriner sonst nichts zu tun außer zu bloggen und zu posten...
Gerd M., 26-03-11 22:07:
Es wird wohl nicht vertragen, was "Sache" ist:
Auch ich bin bei der "Quirinbank" und habe in 17 Monaten gar nichts gewonnen. (Die werden mit ihren "Leistungen" wohl bald von der Kundschaft mehr gehasst werden als von der Banken-Konkurenz!)
"Windmacher", Wichtigtuer!!!

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