Bernanke, Brown, Trichet, etc. Wie das Pimco-Expertenteam die Zukunft sieht

Pimcos Expertenteam (von links): Ben Bernanke, Gordon Brown, Ng Kok Song, Anne-Marie Slaughter, Jean-Claude Trichet | © Getty Images

Pimcos Expertenteam (von links): Ben Bernanke, Gordon Brown, Ng Kok Song, Anne-Marie Slaughter, Jean-Claude Trichet Foto: Getty Images

Mehrfach im Jahr trifft sich ein Expertenteam und gibt der Fondsgesellschaft Tipps und Eindrücke zur Lage der Nationen. Es besteht aus: Ben Bernanke, Ex-US-Zentralbankchef, Gordon Brown, Ex-UK-Premierminister, Ng Kok Song, Ex-Investmentchef der Staatsfonds von Singapur, Anne-Marie Slaughter, Chefin der Denkfabrik New America, und Jean-Claude Trichet, Ex-Chef der Europäischen Zentralbank.

Aktuell macht sich das Quintett Gedanken zur wirtschaftlichen Entwicklung im kommenden Jahr und darüber hinaus. Hier sind einige Höhepunkte aus dem Frage-Antwort-Spielchen (Übersetzung von uns, den Originaltext gibt es ungekürzt hier).

Wie haben sich globale Risiken in den vergangenen zehn Jahren verändert?

Eine der größten Veränderungen ist die fortschreitende Anti-Globalisierung im Rahmen der Populisten-Bewegung. Das hemmt Handel, Zuwanderung und wirtschaftliche Zusammenschlüsse. Populismus wird generell eine bedeutende politische Kraft in den entwickelten Ländern bleiben, aber auch in einigen Schwellenländern. Währenddessen wird Fiskalpolitik mehr und mehr für politische Zwecke genutzt, selbst wenn die konjunkturelle Situation das gar nicht erfordert.

Wie geht es in China nach dem 19. Parteitag weiter?

Die Regierung hat zwei generelle Ziele: Bis 2035 soll China Weltspitzenreiter bei Innovationen werden und wenn es darum geht, Macht ohne drangsalierende Maßnahmen vor dem Hintergrund eines fairen Rechtsstaats auszuüben. Bis 2049 soll es voll entwickelt, reich und stark sein. Wachstumsziele bleiben dabei wichtig, aber diese breiter angelegten qualitativen Ziele haben nun höhere Priorität.

Dabei muss China die Thukydides-Falle meiden, darf also die amtierende Weltmacht USA nicht zu sehr reizen. Ein friedlicher Aufstieg liegt im Interesse des Landes selbst und der globalen Gemeinschaft. Handelsungleichgewichte bleiben Knackpunkte, nach einem regelrechten Handelskrieg sieht es aber nicht aus.

Die hohen Schulden und das Schattenbankensystem könnten Risiken sein. Allerdings gibt es einige ermutigende Zeichen, dass sich das Kreditwachstum verlangsamt und staatseigene Unternehmen reformiert werden.