Berufsunfähigkeit über den Betrieb absichern „Der Beitragsaufwand reduziert sich durch die staatliche Förderung erheblich“

Versicherungsmakler Heiner Herbring: Der Experte erklärt im Interview, warum sich eine betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung für Arbeitgeber und Mitarbeiter lohnen kann.  | © Heiner Herbring

Versicherungsmakler Heiner Herbring: Der Experte erklärt im Interview, warum sich eine betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung für Arbeitgeber und Mitarbeiter lohnen kann. Foto: Heiner Herbring

DAS INVESTMENT: Welche Vorteile hat es für Arbeitnehmer, eine Berufsunfähigkeitsversicherung über den Arbeitgeber abzuschließen?

Heiner Herbring: Gerade in Branchen mit arbeitstechnisch hohem körperlichen Einsatz sowie für Arbeitnehmer mit gesundheitlichen Vorbelastungen oder Einschränkungen bietet die betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung zwei große Vorteile. Erstens: Der Beitragsaufwand reduziert sich durch die staatliche Förderung erheblich und ermöglicht auch Arbeitnehmern mit kleinerem Einkommen überhaupt eine adäquate Absicherung.

Und zweitens?

Durch den möglichen Wegfall der kompletten Gesundheitsfragen können auch Arbeitnehmer mit gesundheitlichen Einschränkungen über die sogenannte Dienstobliegenheitserklärung Versicherungsschutz erhalten, den sie über die private Berufsunfähigkeitsversicherung entweder gar nicht oder nur mit Ausschlüssen oder Zuschlägen erhalten würden. Bei der Dienstobliegenheitserklärung bestätigt der Arbeitgeber, dass sein Mitarbeiter innerhalb der letzten beiden Jahre arbeitsfähig war.

Und welche Vorteile hat der Arbeitgeber?

Sein Ansehen als sozial verantwortlicher Arbeitgeber steigt sowie die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen. Das erhöht die Motivation. Dies kann mit Zuschüssen des Arbeitgebers natürlich noch weiter gestärkt werden.

Sind die Beiträge zur betrieblichen BU sozialabgaben- und steuerfrei?

Die Beiträge zur betrieblichen BU fallen ebenfalls unter die Regelungen der betrieblichen Altersversorgung nach Paragraf 1 Absatz 1, Satz 1 BetrAVG. So ist es möglich, die Beiträge im Rahmen der Direktversicherung ebenfalls bis zu 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze zur Rentenversicherung, also 2017 bis monatlich 254 Euro steuer- und ebenfalls sozialversicherungsfrei gestalten zu können.

Im Gegenzug aber ist die betriebliche Berufsunfähigkeitsrente im Leistungsfall gegenüber einer privaten Berufsunfähigkeitsrente in voller Höhe zu besteuern. Zudem müssen aus der Rente einer betrieblichen Berufsunfähigkeitsversicherung auch Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung abgeführt werden.