Bestandsimmobilien Wie Vermieter Renovierungskosten von der Steuer absetzen können

Bestandsimmobilien: Wie Vermieter Renovierungskosten von der Steuer absetzen können

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Der Wohnraum in den deutschen Boom-Regionen ist knapp, die Immobilienpreise steigen stetig und der Bau neuer Wohnungen ist oft schwierig - zumindest in dicht besiedelten Städten und guten Lagen. Viele Vermieter investieren deshalb in Bestandsimmobilien. Die sind einerseits häufig stark renovierungsbedürftig, was zu hohen Folgeinvestitionen führen kann. Andererseits dürfen die Vermieter in den ersten drei Jahren aber nur Renovierungskosten in Höhe von maximal 15 Prozent des Kaufpreises als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Deutschlands größter Lohnsteuerhilfeverein, die Vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH), liefert eine Beispielrechnung und empfiehlt eine deutliche Erhöhung dieses absetzbaren Betrags.

Private Kleinvermieter spielen hierzulande eine bedeutende Rolle. Das belegt auch die aktuelle Studie „Wirtschaftsfaktor Immobilien 2017", die unter anderem im Auftrag von Haus & Grund, dem Zentralverband der Deutschen Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer, erstellt wurde. Der Untersuchung zufolge verteilen sich die „immobilienbezogenen Wirtschaftsaktivitäten" in Deutschland auf zirka 16 Millionen Selbstnutzer, über 815.000 Unternehmen und rund 3,9 Millionen private Vermieter. Viele der Letztgenannten investieren in Bestandsimmobilien.

Ältere Immobilie: Oft niedriger Kaufpreis und hohe Renovierungskosten

„Was viele Vermieter nicht ausreichend einkalkulieren: Je älter ein Gebäude, desto mehr ist meist auch zu tun und umso höher liegen die Renovierungskosten", so Jörg Strötzel, der Vorstandsvorsitzende der Vereinigten Lohnsteuerhilfe (VLH). Eine klare Sprache sprechen dabei die Richtwerte für die Sanierungskosten von Altbauten, die der Verband Privater Bauherren (VPB) in jüngster Vergangenheit ermittelt hat. So sollte man bei einem Bau aus der Nachkriegszeit Sanierungskosten in Höhe von zirka 40 Prozent des Kaufpreises veranschlagen. Selbst bei neueren Häusern, etwa zwischen 1980 und 1990 erbaut, werden häufig nochmal 20 Prozent des Kaufpreises für die Modernisierung benötigt.

Nicht einkalkuliert sind dabei die Kosten für eine energetische Gebäudesanierung. Die Bundesregierung stellt dafür zwar etliche Fördermittel zur Verfügung, dennoch tragen Immobilienbesitzer in der Regel viele Kosten für beispielsweise neue Heizsysteme, Hausdämmung oder Solaranlagen. Und auch hier gilt: Je älter das Gebäude, umso höher sind die Ausgaben.