BGF Multi Asset Income Fund „Das können Anleger nicht selbst“

Lutz-Peter Wilke, Fondsmanager und Mitglied des Multi-Asset-Portfolio-Strategies-Team bei Blackrock (Foto: Tom Hönig)

Lutz-Peter Wilke, Fondsmanager und Mitglied des Multi-Asset-Portfolio-Strategies-Team bei Blackrock (Foto: Tom Hönig)

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DAS INVESTMENT.com: Institutionelle Investoren kennen den Ernst der Lage, Zeitungen und Magazine warnen seit Langem: Was muss passieren, damit deutsche Privatanleger einsehen, dass mit Sparbüchern und anderen Zinsprodukten kein Vermögenserhalt mehr möglich ist?

Lutz-Peter Wilke:
Deutsche Anleger haben sich in einem 30-jährigen Bullenmarkt bei Anleihen daran gewöhnt, dass sich mit Zinspapieren gute Erträge erwirtschaften lassen. Sie sollten jedoch nicht nur in den Rückspiegel schauen, sondern die aktuelle Situation genau analysieren.

Immerhin hat die aggressive Haltung der Europäischen Zentralbank mit ihrer jüngsten Zinssenkung dazu beigetragen, dass Anleger einsehen, dass der Nullzins eben nicht nur eine kurzfristige Reaktion auf die Finanzkrise ist, sondern uns langfristig erhalten bleiben wird.

Was macht in diesem Zusammenhang Income-Fonds attraktiv?

Income-Fonds bieten ein regelmäßiges Einkommen, das deutlich über dem der genannten Angebote liegt. Wir haben etwa mit dem BGF Multi-Asset Income Fund das Ziel, 4 bis 6 Prozent Einkommen zu generieren. Das ist wie ein monatlicher Scheck – und insbesondere für Anleger interessant, die kurz vor oder am Anfang der Rente stehen und einen Teil ihres Einkommens durch regelmäßige Kapitalerträge ersetzen wollen.

Einige Anbieter setzen auf dividendenstarke Aktien oder die Kombination von Aktien und Anleihen.

Natürlich können Sie Ihr Engagement an den Anleihemärkten auf höher rentierliche Papiere ausweiten. Damit steigt aber auch das Risiko. Und wenn Sie mit Aktien eine Dividendenrendite von 5 Prozent erzielen wollen, ist die Volatilität vier- bis fünfmal so hoch wie die unseres Multi-Asset-Fonds. Der Charme besteht ja gerade darin, viele ertragsstarke Anlageklassen so zu kombinieren, dass wir unsere Ertragsziele mit sehr geringem Risiko erreichen. Denn das können Anleger und auch ihre Berater schlecht selbst.

Sie sprechen von ertragsstarken Anlageklassen. Welche Klassen sind für Sie besonders wichtig?


Wir unterscheiden drei Bereiche: traditionelle Anleihen, Aktien und nichttraditionelle Anlageklassen. Zu Letzteren zählen wir High-Yield- und Emerging-Markets-Bonds, Immobilienaktien und US-Vorzugsaktien. Außerdem können wir Erträge durch den Verkauf von Aktienoptionen erwirtschaften.

Wie gewichten Sie die Assetklassen?


Unser Multi-Asset-Portfolio-Strategies-Team analysiert ständig, wo die besten Möglichkeiten sind, wo wir die attraktivsten Erträge relativ zum Risiko finden. Dabei achten wir stark darauf, in qualitativ hochwertige Papiere zu investieren. Grundsätzlich bestimmen vor allem Bewertungen und Fundamentaldaten unsere längerfristige strategische Aufstellung. Entscheidend ist jedoch, das Portfolio laufend anzupassen. Je nach Marktentwicklung kann es in zwei Jahren komplett anders aussehen als heute.

Und neben den strategischen Entscheidungen kommt auch eine taktische Komponente ins Spiel.


Die Taktik ist sehr wichtig, um sich unterschiedlichen Marktphasen schnell anzupassen. Hier kommen Makrodaten einzelner Volkswirtschaften und Sentiment hinzu, die uns ein Bild für die nächsten ein bis zwölf Monate liefern und zu einer entsprechenden Allokation führen. Stimmungsindikatoren nutzen wir dabei für kurzfristige Taktik in einem Bereich bis zu drei Monaten.

Wichtig ist dabei, immer das Risiko im Blick zu behalten. Unser Risikomanagement überprüft täglich sämtliche rund 2.000 Positionen im Fonds und unterzieht sie einem Stresstest, insbesondere auch hinsichtlich möglicher Auswirkungen politischer und sonstiger besonderer Ereignisse wie jüngst in der Ukraine oder im Irak.