Bieten um Bonds EZB beginnt mit Käufen von Staatsanleihen

EZB-Präsident Mario Draghi. Foto: Getty Images

EZB-Präsident Mario Draghi. Foto: Getty Images

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Zentralbanken aus der Region haben deutsche Staatspapiere und auch italienische Bonds gekauft, wie mindestens zwei Staatsanleihe-Händler berichteten, die um Anonymität baten, weil die Transaktionen vertraulich seien. Auch belgische Papiere wurden erstanden, erklärte eine weitere informierte Person und eine weitere bestätigte, dass französische Bonds auch gekauft wurden.

Damit hat die EZB den ersten Schritt in ihrem Plan der quantitativen Lockerung gemacht, mit dem sie die Preisentwicklung in der Region anschieben will. Die EZB bestätigte über Twitter, dass sie die Käufe gemeinsam mit weiteren nationalen Notenbanken gestartet habe. Die Bundesbank war ab 9.25 Uhr am Markt aktiv, erklärte ein Sprecher des Instituts.

Staatsanleihen in der gesamten Region legten eine Rally hin. Die Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen sank um fünf Basispunkte auf 0,34 Prozent und nahm Kurs auf das Rekordtief von 0,283 Prozent vom 26. Februar. Zehnjährige italienische Papiere rentierten bei 1,28 Prozent vier Basispunkte niedriger.

Die Erwartung des 1,1 Billionen Euro schweren Programms hat bereits eine Rally an den Staatsanleihemärkten angeschoben. Infolgedessen sind die Renditen in der Währungsunion auf Rekordtiefs und der Euro auf den niedrigsten Wert seit mehr als 11 Jahren gesunken, während der Stoxx Europe 600 Index auf den höchsten Wert seit 2007 stieg. EZB-Präsident Mario Draghi sagte in der vergangenen Woche in Zypern, dass die geldpolitischen Impulse dazu beitragen werden, dass die Wirtschaft des Euroraums so schnell wächst wie seit sieben Jahren nicht mehr und die Inflation wieder auf das EZB-Ziel zurückkehrt.

“Die EZB wird wohl aggressiv für die Bonds bieten müssen, um sie von ihren Haltern zu bekommen, insbesondere, um Zweifel an der Glaubwürdigkeit ihres QE-Programms zu vermeiden”, schrieb Cagdas Aksu, Analyst bei Barclays Plc in London, in einem Kommentar. Die Renditen der sichersten Euroraum-Länder werden niedrig bleiben, führte er aus. “Wir erwarten außerdem, dass die Kern-Peripherie-Spreads von Italien und Spanien gegenüber Deutschland sich in diesem Umfeld weiter verringern.”

Spekulationen über die Auswirkungen des QE-Programms haben den Handel der Euroraum-Staatsanleihen dominiert, seit die Pläne im Januar angekündigt worden waren. Einige Gläubiger von Staatsanleihen haben durchblicken lassen, dass sie nicht willig seien zu verkaufen. Das löste Bedenken aus, dass es für die EZB nicht genügend Papiere zu kaufen gibt, was die Dynamik der Rally anheizte. Es besteht auch die Gefahr, dass Flexibilität und begrenzte Informationen zu den Plänen zu Marktvolatilität führen.

Die EZB hatte in der vergangenen Woche erklärt, dass die Käufe, die Papiere des öffentlichen und des privaten Sektors umfassen, von den nationalen Zentralbanken über bestehende Gegenparteien am Sekundärmarkt durchgeführt werden sollen. Das steht im Gegensatz zum Verfahren der US-Notenbank Federal Reserve, bei der es einen Zeitplan mit Informationen gab, wann und was gekauft werden sollte.