Blackrock-Manager Stephen Cohen „Europäische ETF-Branche steht am Wendepunkt“

Handelssaal der Euronext bei Paris: Weniger als die Hälfte des Handels mit europäischen Ishares-ETFs laufen über Börsen ab. | © Getty Images

Handelssaal der Euronext bei Paris: Weniger als die Hälfte des Handels mit europäischen Ishares-ETFs laufen über Börsen ab. Foto: Getty Images

Stephen Cohen, Blackrock

Bei den in Europa aufgelegten ETFs der Blackrock-Marke Ishares liefen im Januar und Februar 38 Prozent des Handels über Börsen ab. Die übrigen 62 Prozent gingen außerbörslich über multilaterale Handelsplattformen oder over-the-counter (OTC) vonstatten, heißt es von der ETF-Gesellschaft. „Damit waren sie vor Mifid II nicht sichtbar.“

Denn: „Vor Mifid II waren Reportings im ETF-Handel keine Pflicht“, erklärt Stephen Cohen, Ishares-Chef in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA). Die nun erhöhte Transparenz mache sich vor allem bei Anleihen-ETFs bemerkbar: Im Februar liefen 76 Prozent des Handels mit Anleihen-ETFs außerbörslich ab, bei Aktien-ETFs waren es dagegen nur 54 Prozent.

Das Dreifache des durchschnittlichen Wertes

Das sichtbare Handelsvolumen belief sich bei Ishares-ETFs, die in Europa aufgelegt sind, in den ersten beiden Monaten dieses Jahres auf durchschnittlich 85 Milliarden Dollar pro Monat. Das ist fast das Dreifache des durchschnittlichen Wertes für den entsprechenden Zeitraum 2017, als im Monatsdurchschnitt 31 Milliarden Dollar zu Buche standen.

Allein im Februar wurden in den entsprechenden Ishares-ETFs 88 Milliarden Dollar sichtbar gehandelt, berichtet Blackrock-Manager Cohen. Das entspreche einem Anstieg um 198 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Cohen: „Die erhöhte Sichtbarkeit unterstützt uns in unserer Ansicht, dass die europäische ETF-Branche an einem wirklichen Wendepunkt steht.“