Blackrock-Managerin Poppy Allonby: „Der Schub für erneuerbare Energien kommt nicht von heute auf morgen”

Poppy Allonby

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DAS INVESTMENT.com: Solaktien haussieren, doch Ihr Fonds hat in den vergangenen Tagen weiter an Boden verloren. Müsste die mögliche Energiewende Ihnen nicht massiv in die Karten spielen?

Poppy Allonby: Zunächst einmal machen Solaraktien derzeit gerade einmal 6 Prozent unseres Portfolios aus. Davon abgesehen erwarten wir durch die aktuelle Entwicklung aber tatsächlich einen Schub für den gesamten Bereich der erneuerbaren Energien. Der wird sich allerdings über einen längeren Zeitraum verteilen, weil wohl kein Land von heute auf morgen seine zum Teil sehr ambitionierten Pläne zur Atomenergie ändern wird. Doch es gibt auch noch andere Faktoren, die sich positiv auswirken.

DAS INVESTMENT.com: Sie meinen die Unruhen in Nordafrika und einigen arabischen Ländern?

Allonby: Unter anderem, ja. Öl kostet wieder mehr als 100 Dollar, und bereits das Überschreiten dieser psychologisch wichtigen Marke hat Politiker und andere Entscheidungsträger daran erinnert, wie wichtig eine sichere Energieversorgung ist. Dies gilt insbesondere für Europa, wo der bislang noch an den Ölpreis gekoppelte Gaspreis für einen zusätzlichen Preisschub sorgt.

DAS INVESTMENT.com: Welche Unternehmen aus Ihrem Portfolio haben bereits unmittelbar von der neuen Lage profitiert?

Allonby: Unter anderem Produzenten von Bio-Kraftstoffen wie Archer Daniels Midland. Ein weiteres Beispiel ist Sasol. Der in Südafrika ansässige Chemiekonzern wandelt Kohle und Erdgas in Treibstoff um.

DAS INVESTMENT.com: Gibt es weitere Nachrichten, die die New-Energy-Branche aus ihrer Lethargie reißen könnten?

Allonby: In ihrem Anfang der Woche verabschiedeten neuen Fünf-Jahres-Plan hat die chinesische Führung noch einmal deutlich gemacht, dass sie die Wirtschaft des Landes auf mehr Energieeffizienz trimmen will. Auf diesem Gebiet aktive Unternehmen gehören deshalb schon seit längerem zu unseren Favoriten – zumal sie anders als Solaranbieter relativ unabhängig von zeitlich begrenzten Fördermaßnahmen agieren.