BlackRock-Monatsbilanz Finanzmärkte im Trump-Fieber

Präsident Donald Trump sorgt für schwankende Börsenkurse. | © Getty Images

Präsident Donald Trump sorgt für schwankende Börsenkurse. Foto: Getty Images

Gerade einmal wenige Tage ist der neue Präsident der größten Volkswirtschaft der Welt im Amt und bereits jetzt hat Donald Trump vieles, was gemeinhin als politischer Konsens in der entwickelten Welt galt, auf den Kopf gestellt. Mit seinen „Executive Orders“ hat er dabei nicht nur entscheidend in die Reisefreiheit vieler Menschen eingegriffen, sondern etwa auch den Bau einer Öl-Pipeline entlang eines Indianerreservats gegen den Willen der dort lebenden Bevölkerung hinweg beschlossen. Ein Ende seines spontanen Regierens per Dekret ist nicht absehbar – genausowenig wie die Proteste gegen seine Politik in weiten Teilen eines tief gespaltenen Landes.

An den Finanzmärkten herrschte in den ersten Wochen des Jahres so etwas wie gebanntes und zum Teil ungläubiges Staunen über das, was der neue Mann im Oval Office vorantrieb. Immer dann, wenn es um Steuersenkungen und Infrastrukturmaßnahmen in großem Umfang ging, jubilierte der Markt – immer dann, wenn hingegen die Abschottungspolitik gegenüber Mexiko und anderen Teilen der Welt Thema war, reagierten Anleger verängstigt und trennten sich von risikobehafteten Anlagen. Ein eindeutiger Trend war nicht zu erkennen.

Da der Konjunkturoptimismus jedoch trotz aller Sorgen um eine Beschränkung des Welthandels bis heute intakt geblieben ist, steht unter dem Strich bislang ein eher positiver Jahresstart zu Buche. Aktien aus den USA liegen vorne – Titel aus der Eurozone hingegen notieren etwas leichter. Deutsche Blue-Chips stechen dabei mit einem Plus von fast zwei Prozent positiv hervor.

Zyklische Aktien gewinnen, Staatsanleihen verlieren

Die Rotation von defensiven Werten hinein in zyklische hat sich derweil fortgesetzt. Hieran hat vor allem der Zinsanstieg auf beiden Seiten des Atlantiks einen großen Anteil, der „anleiheähnliche“ Aktien wie etwa solche von Telekommunikationsanbietern ins Hintertreffen geraten ließ. Aufgrund der gestiegenen Zinsen gehörte der Staatsanleihesektor natürlich zu den großen Verlierern des Jahresauftakts. Auch der US-Dollar zollte der „Trump-Dominanz“ Tribut, nachdem der neue US-Präsident nach einem Crash-Kurs in Volkswirtschaft offenbar die Belastung der heimischen Industrie durch den starken Greenback realisiert hatte und ein Ende dessen Aufwertung forderte.

Da im Februar keine wichtigen Zentralbanktermine auf der Agenda stehen, dürfte sich mit Blick auf die nächsten Wochen an der „Trump-Dominanz“ an den Märkten wohl erst einmal wenig ändern. Aber wohin geht die Reise? Wir denken, dass eine vorsichtige Haltung in Bezug auf Aktien zu früh kommt. Da die Chancen zum Beispiel durchaus hoch sind, dass sich die neue US-Administration rasch und mit Hochdruck dem Thema Steuersenkungen zuwendet, erwarten wir eine zweite Welle des „Trump-Trades“, der vor allem Aktien in den USA Rückenwind liefern dürfte. Die Logik dahinter ist klar: Weniger Steuern bedeuten höhere Gewinne für US-Unternehmen. Europäische Aktien könnten dabei ein wenig Boden verlieren, weil die politischen Ereignisrisiken wie die Wahl in Holland und in Frankreich erst einmal aus dem Weg geräumt werden müssen.