BlackRock-Monatsbilanz für Februar Rückt die nächste US-Rezession näher?

Times Square in New York: Mit der Verabschiedung der Steuerreform scheint die Rezessionsgefahr in den USA kurzfristig gebannt. | © Getty Images

Times Square in New York: Mit der Verabschiedung der Steuerreform scheint die Rezessionsgefahr in den USA kurzfristig gebannt. Foto: Getty Images

Um fast 4 Prozent ging es an den Aktienmärkten in Europa, Japan und den USA im Monat Februar abwärts. Einen derart starken Rücksetzer haben wir das letzte Mal im Januar 2016 erlebt. Damals sorgten sich die Marktteilnehmer um eine harte Landung der chinesischen Wirtschaft. Diese blieb jedoch aus und die globalen Aktienkurse erholten sich auf breiter Basis.

Anstelle von China war es im Februar 2018 die Sorge vor steigenden Zinsen, die Anleger umtrieb. Zudem fürchteten viele Investoren, dass sich der globale Wirtschaftsaufschwung abschwächen könnte.

In diesem Zusammenhang richtet sich der Blick insbesondere auf die USA, die trotz einer immer stärker multipolaren Welt nach wie vor als Taktgeber in Wirtschaft und Politik agieren. Das Ökonomen-Mantra „Husten die USA, bekommt die Welt einen Schnupfen“, gilt weiterhin.

US-Rezessionsgefahr kurzfristig gebannt

Mit der Verabschiedung der Steuerreform und der geplanten Erhöhung der Staatsausgaben scheint die Rezessionsgefahr in den USA kurzfristig gebannt. Dieses Jahr wird das Land nominal wohl um über 5 Prozent wachsen. Eine Überhitzung der US-Volkswirtschaft könnte jedoch ihre Notenbank Federal Reserve (Fed) auf den Plan rufen würde.

Von einer Überhitzung spricht man, wenn das tatsächliche Wirtschaftswachstum deutlich höher ausfällt als das sogenannte Potenzialwachstum. Jerome Powell deutete auf seiner ersten Reden als neuer Fed-Chef vor dem US-Kongress bereits Ende Februar an, dass er einer heiß laufenden US-Wirtschaft entschieden entgegenwirken werde – was Aktienanlegern gar nicht schmeckte. Das Szenario für das Jahr 2018 mit vier Zinsanhebungen in den USA im März, Juni, September und Dezember wird immer wahrscheinlicher.

Fokus auf Geldregen der US-Unternehmen

Eine überhitzte US-Volkswirtschaft erreicht quasi per Definition schneller das Ende des zyklischen Aufschwungs. Die entscheidenden Fragen aus Anlegersicht lauten derzeit: Wie lange befindet sich die US-Wirtschaft noch im Aufschwung? Könnte es zu einer Überhitzung kommen?

Die Marktanalyse muss sich vornehmlich auf US-Unternehmen richten. Wie agieren die Firmen unter dem Geldregen der Steuerreform? Investieren sie in Forschung, Entwicklung, Maschinen und Technologie und erhöht sich das Potenzialwachstum? Ist das der Fall, wird die Lücke zwischen Potenzialwachstum und dem aktuell tatsächlich hohen Wachstum in den USA kleiner. Dementsprechend sinken die Gefahren einer Überhitzung und somit auch die eines verfrühten Endes des Zyklus.

Sollten die Firmen ihr Kapital hingegen zum Großteil in Aktienrückkäufe oder andere aktionärsfreundliche Maßnahmen stecken, könnte in der Tat eine Überhitzung der Wirtschaft drohen. Die verbleibende Lebenszeit des US-Aufschwungs wäre womöglich kürzer als zwei Jahre.

Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo in der Mitte. Wir gehen immer noch von einer, Zyklus-Restlaufzeit von zwei bis drei Jahren aus. Da Aktienmärkte Rezessionen in der Regel mit etwa zwei bis drei Quartalen Vorlauf vorwegnehmen, bleibt Anlegern noch Zeit, den Aufschwung der US-Wirtschaft zu nutzen. Wenn die politischen Stolpersteine in Deutschland und Italien aus dem Weg geräumt sind, spricht viel für eine Fortsetzung der Aktien-Hausse.