BlackRock Strategic Funds – Fixed Income Strategies Fund Bonds mit Bravour

Michael Krautzberger managt den BSF – Fixed Income Strategies Fund von BlackRock | © Tom Hoenig

Michael Krautzberger managt den BSF – Fixed Income Strategies Fund von BlackRock Foto: Tom Hoenig

Im Anleihenbereich sind die neuen Klassiker gefragt. „Traditionelle Strategien, die vor allem auf Staatsanleihen beruhen, haben es schwer“, betont Michael Krautzberger. Der Leiter des Fundamental Pan European Fixed Income Teams beim Investment-Manager BlackRock sieht aber selbst im Niedrigzinsumfeld mit drohendem Zinsanstieg gute Chancen für Anleiheinvestments: „Das Anlageuniversum bei Anleihen ist groß. Manager müssen jedoch flexibel sein und ihre Strategien an das veränderte Umfeld anpassen.“

Über diese Flexibilität verfügt Fondsmanager Krautzberger bei dem BlackRock Strategic Funds – Fixed Income Strategies Fund, dessen Strategie er 2009 selbst entwickelt hat. Der geborene Rheingauer blickt auf eine langjährige Erfahrung im Anleihebereich zurück. Bevor er Mitte 2005 zum Investmenthaus Merrill Lynch kam, das ein Jahr später mit BlackRock fusionierte, leitete er das europäische Rentenfondsteam bei Union Investment.

Mit dem BSF – BlackRock Fixed Income Strategies Fund orientiert sich Krautzberger nicht an einer Renten-Benchmark, sondern will absolute Erträge erzielen. Über rollierende Drei-Jahres-Zyklen hinweg soll ein Gesamtertrag vor Kosten in Höhe des Geldmarktzinssatzes Eonia plus 300 Basispunkte pro Jahr herauskommen.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist die Fondsstrategie so konzipiert, dass sie auch bei steigenden Zinsen positive Erträge erzielen kann. Krautzberger hat dabei so ziemlich alle Freiheiten. Er investiert weltweit, kann Long- und Shortpositionen eingehen und bei erhöhtem Zinsrisiko die Gesamtduration im Portfolio auch ins Negative fahren: Diese reicht bis zu minus drei Jahre. Von dieser Möglichkeit macht Krautzberger allerdings zurzeit keinen Gebrauch. Die effektive Duration liegt aktuell bei gut einem halben Jahr. Im Regelfall steigert der Fondsmanager die Duration maximal auf drei Jahre.

Das Fondsvermögen von über 7 Milliarden Euro streut er breit über mehr als 400 Titel. „Wir stützen uns auf eine Vielzahl von Strategien. Dadurch haben wir eine große Auswahl an Renditequellen, um Alpha generieren zu können“, erklärt Krautzberger. Er ist nicht der Meinung, dass man zwangsweise schlechtere Bonitäten akzeptieren muss, um im aktuellen Umfeld noch positive Renditen zu erzielen.

Krautzbergers Fokus liegt vielmehr auf marktneutralen Strategien. „Diese sind zwar nicht frei von Verlustrisiken, bieten aber auch in fallenden Märkten die Chance auf positive Erträge“, erläutert der Fondsmanager. Solche Relative Value Trades nutzen Bewertungsunterschiede zwischen zwei Anleihen. Das bedeutet in der Praxis: Wenn der Fondsmanager zum Beispiel Anleihe A im Vergleich zu Anleihe B für zu billig hält, geht er ein Long-Investment in A ein und ein Short-Investment in B.

So setzt Krautzberger nicht auf die Marktentwicklung, sondern nur auf die relative Entwicklung zwischen Anleihe A und B – und kann ein Plus erzielen, selbst wenn die Märkte fallen. Durch Relative Value Trades können Investoren von zwischenzeitlichen Fehlbewertungen im Markt profitieren. Und davon gibt es genug. Krautzberger hält die Theorie effizienter Märkte aus akademischer Sicht zwar für interessant, „ihre Annahmen sind in der Realität aber einfach nicht erfüllt“.

Daraus will er Profit schlagen und macht sich auf die Suche nach Arbitragegewinnen. Die findet Krautzberger zwischen Ländern, Sektoren, Währungen, Durationen oder auch einzelnen Anleihen.

Der Fonds ist global aufgestellt, einen Schwerpunkt legt Krautzberger jedoch auf die Eurozone. Dort ist das meiste Kapital investiert. Basiswährung des Fonds ist Euro. In den USA sind gegenwärtig nur rund 5 Prozent des Fondsvermögens angelegt. Gut 14 Prozent stecken in britischen Anleihen. Größte Länderposition ist Italien mit rund 15 Prozent. Der Fonds hält mindestens 75 Prozent Investment-Grade-Anleihen und verfügt typischerweise über ein durchschnittliches Rating von A.

Bei den Segmenten dominieren derzeit Staatsanleihen das Portfolio. Zusammen mit Anleihen von regierungsnahen Emittenten machen sie rund die Hälfte aus. Das ist nicht außergewöhnlich, mindestens 30 Prozent sind in der Regel immer in Staatsanleihen investiert. Bis zu 70 Prozent können in Unternehmensanleihen stecken, maximal 40 Prozent können aus dem High-Yield-Bereich stammen. Gegenwärtig machen Anleihen von Unternehmen knapp 27 Prozent des Portfolios aus. Daneben hält Krautzberger den Cash-Anteil auf knapp 9 Prozent.

Anlageideen sieht er aktuell zum Beispiel wieder in einer unterschiedlichen Geldpolitik in den USA und der Eurozone. „Die Inflationsentwicklungen in Europa und den USA dürften auf absehbare Zeit auseinanderdriften. Das macht es wahrscheinlich, dass sich auch die Geldpolitik in beiden Regionen nach einer Phase des Gleichlaufs wieder zunehmend unterschiedlich entwickelt – und damit als Anlagethema wichtiger wird“, meint Krautzberger.

Nach einer Analyse des BlackRock Investment Institute dürfte in den USA die Inflation ihre 2-Prozent-Zielmarke bald erreichen, während sich die Inflation in der Eurozone zunächst auf ihrem aktuellen Niveau weiter seitwärts bewegt. „Für die Anleihemärkte ergibt sich daraus ein geteiltes Bild: Unserer Ansicht nach sind die Inflationsaussichten zwar negativ für US-Staatsanleihen, aber sie könnten Staatsanleihen aus der Eurozone helfen. Zudem mögen wir inflationsgeschützte Papiere“, erklärt Krautzberger.

Dies sind nur ein paar von vielen Ideen, mit denen er künftig seinen Anlageerfolg fortsetzen will. In den vergangenen fünf Jahren erzielte der Fonds 2,5 Prozent pro Jahr (Stand: Ende Oktober 2017).