BMW, Daimler, VW und Co. „Deutsche Auto-Aktien bieten günstige Einstiegskurse“

Die Markenembleme der Hersteller VW, Daimler und BMW | © Megapixelstock , Mike, Unsplash

Die Markenembleme der Hersteller VW, Daimler und BMW Foto: Megapixelstock , Mike, Unsplash

Ralph Rickassel, Vermögensberater der PMP Vermögensmanagement in Düsseldorf

Blickt man auf das für 2017 erwartete KGV der drei Hersteller, sind sie mit 6,21 (VW), 8,32 (BMW) und 7,71 (Daimler) im Vergleich zum Dax mit einem durchschnittlichen KGV von rund 14 spottbillig.

Der Grund für die Abneigung der Investoren könnte darin liegen, dass sie den Autokonzernen nicht zutrauen, die größten Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte zu meistern. Zwar werden die Autos technisch immer ausgefeilter, aber seit über hundert Jahren hat sich eines nicht geändert: Für den Vortrieb benötigen sie Benzin oder Diesel. Doch allmählich steigt der Druck, alternative und umweltfreundlichere Antriebe einzusetzen.

Pionier der Elektromobilität

Der Pionier der Elektromobilität, Elon Musk macht vor, wie Elektroautos gesellschaftsfähig werden. 25.000 verkaufte Teslas im ersten Quartal 2017 werden von den Premiumherstellern zwar belächelt, haben sie doch in derselben Zeit jeweils über 500.000 PKWs weltweit verkauft. Aber wie sagte einst Microsoft-Gründer Bill Gates: „Wir überschätzen immer den Wechsel, der in den nächsten zwei Jahren geschehen wird, und unterschätzen den Wechsel, der in den nächsten zehn Jahren passieren wird.“

Die Chinesen haben mit 100 Fahrzeugen je 1.000 Einwohner weltweit die zweitniedrigste Autodichte nach Indien. Zum Vergleich: Deutschland liegt mit 641/1.000 auf Platz drei hinter Italien und dem Spitzenreiter USA mit 925/1.000. Das Aufholpotenzial der Asiaten ist damit erheblich. Mehr als 23 Millionen verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2016 allein in China sprechen eine deutliche Sprache.

Um der Luftverschmutzung in den chinesischen Großstädten Herr zu werden, müssen ab dem übernächsten Jahr 8 Prozent aller neu zugelassenen Fahrzeuge elektrisch angetrieben werden. Die Quote steigt jährlich um 2 Prozent und gilt je Hersteller. Bei Nichterfüllung sind empfindliche Strafzahlungen fällig.

Pflicht zu Elektrofahrzeugen

Das hört sich wenig an, bedeutet aber für die deutschen Premiumhersteller bei einem Jahresabsatz von 5 Millionen Fahrzeugen im vorigen Jahr einen verpflichtenden Anteil von 400.000 Elektrofahrzeugen.

Natürlich werden Autos mit klassischer Technik noch viele Jahre gebaut, verkauft und gefahren werden. Doch Unternehmen ohne Visionen, die sich dem neuen Trend verschließen, werden in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

Wer an deutsche Ingenieurskunst glaubt und einen längeren Anlagehorizont hat, findet in den aktuell unbeliebten Autoaktien ein günstiges Einstiegsniveau und wird dabei mit attraktiven Dividenden belohnt.