Brüssel vor Frankfurt Das verdienen die Notenbank-Chefs

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank | © Getty Images

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank Foto: Getty Images

Die Notenbankgouverneure von Belgien, Italien und Deutschland verdienen mehr als der EZB-Präsident, der auf ein Jahresgehalt von 386.000 Euro kommt. Das geht aus Daten hervor, die Bloomberg zusammengestellt hat. Den Spitzenplatz belegt der belgische Zentralbankchef Jan Smets mit etwa 480.000 Euro - fast sechs Mal so viel wie das Schlusslicht der Liste erhält, Vitas Vasiliauskas aus Litauen.

Ein Muster bei der Vergütung der Gouverneure ist kaum ersichtlich. Die belgische Wirtschaft hat nur knapp ein Achtel des Volumens vom Nachbarland Deutschland, dennoch verdient Smets 10 Prozent mehr als Bundesbank-Präsident Jens Weidmann. Zypern, eine der kleinsten Volkswirtschaften der Region, zahlt seinem Notenbankchef mehr als Spanien, die viertgrößte Volkswirtschaft.

Luxemburg, gemessen am pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt eines der reichsten Länder in der Währungsgemeinschaft, rangiert relativ weit unten in der Liste: Gaston Reinesch erhielt 2015 181.000 Euro.

Außerhalb des Euroraums sieht es ähnlich uneinheitlich aus. Während der britische Notenbankgouverneur Mark Carney 480.000 Pfund (563.284 Euro) verdient, plus Wohnzuschüssen, erhielt seine Amtskollegin bei der US-Zentralbank Federal Reserve,  Janet Yellen, im vergangenen Jahr 199.700 Dollar (187.617 Euro). Das Salär von Thomas Jordan von der Schweizerischen Nationalbank lag bei 876.500 Schweizer Franken (816.362 Euro) – und er bekommt zudem eine Jahres-Zugfahrkarte.

Dennoch ist die Vergütung der Notenbankchefs gering im Vergleich zu dem, was Chefs bei den Geschäftsbanken verdienen. Der Vorstandschef der Deutschen Bank, John Cryan – der auf seinen Bonus für 2015 verzichtete – erhielt im vergangenen Jahr 1,9 Millionen Euro, während sein Amtskollege bei BNP Paribas,  Jean-Laurent Bonnafé, auf ein Vergütungspaket von etwa 3,5 Millionen Euro kam.