Brutales Rechenexempel So belasten höhere Bauzinsen das Budget

Baustelle für 66 Eigentumswohnungen in Berlin Steglitz: Niedrige Zinsen erleichterten jahrelang den Kauf. Jetzt scheint sich der Trend zu drehen. | © Getty Images

Baustelle für 66 Eigentumswohnungen in Berlin Steglitz: Niedrige Zinsen erleichterten jahrelang den Kauf. Jetzt scheint sich der Trend zu drehen. Foto: Getty Images

Die Rechnung ist ganz einfach: Tiefe Zinsen für einen Baukredit sorgen dafür, dass die monatliche Rate niedrig liegt. Oder dass man sich mehr Haus für die monatliche Rate leisten kann. Oder mehr Kaufpreis fürs Haus (freut den Verkäufer). Oder man tilgt einfach von Anfang an mehr und ist schneller fertig. Alles prima.

Jetzt steigen aber die Zinsen für längerfristige Geldanlagen und eben auch Baukredite wieder. So bemerkt man bei der Bausparkasse LBS West, dass der Zehn-Jahres-Mid-Swap – ein Referenzzins im Interbankengeschäft – derzeit bei 1,16 Prozent liegt. Letztmals habe dieser Wert vor mehr als 30 Monaten so hoch gelegen. Das historische Tief habe am 8. Juli 2016 bei 0,24 Prozent gelegen. Wie sich höhere Zinsen im monatlichen Budget niederschlagen, haben die Bauhelfer auch gleich ausgerechnet. Hier ist die Grafik.

Ein Lesebeispiel: Wenn der Zins für einen Baukredit über 200.000 Euro von 1,5 auf 3,5 Prozent steigt, steigt die monatliche Rate um 333 Euro auf dann 583 Euro [Quelle: obs/LBS West]

Und zur allgemeinen Erschütterung eine kleine Rechnung: 333 Euro im Monat sind knapp 4.000 Euro im Jahr. Wenn man 333 Euro in einen Aktienfonds mit einer defensiv angenommenen Rendite von 5 Prozent im Jahr einzahlen würde, kämen nach 20 Jahren über 135.000 Euro heraus.