Bruttoinlandsprodukt 2016 Deutsches Wachstum schlägt die Erwartungen

Menschen auf der Warschauer Brücke in Berlin  | © Getty Images

Menschen auf der Warschauer Brücke in Berlin Foto: Getty Images

Das Bruttoinlandsprodukt stieg zwischen Oktober und Dezember um ungefähr ein halbes Prozent gegenüber dem Vorquartal, als das Wachstum 0,2 Prozent betragen hatte. Das teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit.

Von Bloomberg befragte Ökonomen hatten für das vierte Quartal einen BIP-Anstieg um 0,4 Prozent prognostiziert. Im Gesamtjahr 2016 wuchs die deutsche Wirtschaft um 1,9 Prozent, was die Median-Erwartung der Volkswirte von 1,8 Prozent übertraf.

Destatis wird die Daten zur Wirtschaftsentwicklung im Schlussquartal 2016 am 14. Februar bekanntgeben.

Wachstumsmotor des Euroraums

Deutschland - der Wachstumsmotor des Euroraums - ist unter den weltweit größten Industriestaaten das erste Land, das seine Wirtschaftsleistung vom vergangenen Jahr bekanntgibt.

Die Bundesbank sagte im Dezember voraus, dass die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal einen „deutlich höheren Gang“ eingelegt hat, angetrieben von Industrie und privatem Konsum. Jüngste Konjunkturdaten wie eine steigende Beschäftigung und ein aufgehelltes Geschäftsklima untermauern diese Erwartung.

„Die deutsche Wirtschaft war 2016 erneut die zentrale Stütze der Erholung im Währungsraum“, sagte Ökonom Stefan Kipar von der Bayerischen Landesbank in München. „Für 2017 rechnen wir mit einer Fortsetzung des Aufschwungs, auch wenn die Dynamik ein wenig durch die hohe politische Unsicherheit gedämpft sein sollte.“

Konsumausgaben sind gestiegen

Die privaten Konsumausgaben waren preisbereinigt um zwei Prozent höher als ein Jahr zuvor, teilte Destatis auf der Pressekonferenz in Berlin mit. Die staatlichen Konsumausgaben stiegen mit 4,2 Prozent sogar noch deutlich stärker.

In Ausrüstungen - wie Maschinen und Geräte sowie Fahrzeuge wurde demnach 1,7 Prozent mehr investiert als ein Jahr zuvor, während die Bauinvestitionen 2016 um 3,1 Prozent stiegen. Die Exporte legten um 2,5 Prozent zu und die Importe waren 3,4 Prozent höher als 2015.