Bundesbank prüft Auswirkungen des LVRG Neue Regeln werden zu weniger Versicherungs-Ausfällen führen

Gebäude der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main (Foto: Bundesbank)

Gebäude der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main (Foto: Bundesbank)

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Die Deutsche Bundesbank hat im Rahmen ihres jährlichen Finanzstabilitätsberichts geschaut, wie sich die Niedrigzinsphase auf 85 deutsche Lebensversicherer auswirkt. Im Fokus standen dieses Mal die geplanten Änderungen des Lebensversicherungsreformgesetzes (LVRG).  
Ausgehend von drei Szenarien ist die Bundesbank jede Regelung durchgegangen und hat die Auswirkungen auf die Branche untersucht.

Zum Bericht geht es hier.

Die Szenarien

Die Bank geht in ihrer Szenarioanalyse von einem lang anhaltenden Niedrigzinsumfeld von 2013 bis 2023 aus. Basis der Szenarien bildet die Rendite deutscher Bundesanleihen mit einer Restlaufzeit von sechs Jahren. Die prognostizierte Nettoverzinsung in den Szenarien ergibt sich also aus der Rendite der Staatsanleihen plus einer Überrendite. In der Vergangenheit erreichten die betrachteten Lebensversicherer im gewichteten Mittel eine Überrendite in Höhe von 80 Basispunkten.

Im Basisszenario wird diejenige Rendite von Bundesanleihen mit sechsjähriger Restlaufzeit zugrunde gelegt (Mitte 2013 lag der Wert dieser Anleihen bei 0,70 Prozent). Die unternehmensindividuelle Überrendite schmilzt dabei langsam auf ihren historischen Mittelwert ab und wird anschließend mit diesem Wert fortgeschrieben.

In einem milden Stressszenario werden die Bundesanleihen mit sechsjähriger Restlaufzeit mit historischen Renditen japanischer Staatsanleihen fortgeschrieben (0,75 Prozent). Hierdurch soll eine denkbare Entwicklung im Rahmen eines lang anhaltenden Niedrigzinsumfelds – wie in Japan seit Ende der neunziger Jahre vorherrschend – abgebildet werden. Zur Prognose der Nettoverzinsung wird die Überrendite – analog zum Basisszenario – addiert.

In einem verschärften Stressszenario wird der gleiche Zinspfad wie im milden Stressszenario verwendet, allerdings schmilzt die erzielte Überrendite schneller ab, wenngleich nicht abrupt. Zudem können die Unternehmen künftig nicht den Mittelwert der Überrendite, sondern nur das Minimum der historischen Überrendite erzielen. Hiermit wird eine Verschärfung des Niedrigzinsumfelds im gesamten Kapitalmarkt simuliert, weshalb es zunehmend schwieriger wird höhere Überrenditen zu erzielen.