Bundestagspetition „Aktiengewinne sollen wieder steuerfrei sein“

Bundesflagge vor dem Reichstagsgebäude in Berlin, dem Sitz des Deutschen Bundestages: Eine aktuelle Petition fordert, Aktiengewinne steuerlich zu begünstigen. | © Ingo Joseph

Bundesflagge vor dem Reichstagsgebäude in Berlin, dem Sitz des Deutschen Bundestages: Eine aktuelle Petition fordert, Aktiengewinne steuerlich zu begünstigen. Foto: Ingo Joseph

Wolfgang Stadler, I.C.M. Independent Capital Management

Einer der bereits mehr als 1.500 Unterstützer der aktuellen Bundestagspetition ist Wolfgang Stadler. Der geschäftsführende Gesellschafter der Vermögensverwaltung I.C.M. Independent Capital Management aus Mannheim und Neuss führt Zahlen der Bundesregierung an, wonach ein Rentner zum 1. Juli vorvergangenen Jahres im bundesweiten Durchschnitt 1.076 Euro Rente im Monat erhielt. Eine Rentnerin bekam demnach gerade einmal 853 Euro. Tendenz sinkend.

„Die allermeisten Deutschen sind daher auf den privaten Vermögensaufbau für die Ruhestandsfinanzierung angewiesen“, erklärt Stadler. Dies sei mit einer gut strukturierten Aktienanlage nach Meinung vieler Experten zwar am besten möglich. „Doch bislang wird die private Initiative nicht gefördert. Vielmehr wird seit 2009 beim Verkauf der Aktien eine Steuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag fällig“, kritisiert der Vermögensverwalter.

Steuerfreie Aktiengewinne

Eine Steuerfreiheit für Aktiengewinne nach mindestens fünfjähriger Haltedauer würde die bestehende Doppelbesteuerung der Aktie auf Unternehmens- und Anlegerebene wenigstens partiell abmildern, so Stadler weiter. Ähnlich argumentiert auch Michael C. Kissig, Finanz-Blogger und Value-Investor aus Wedel: „Mit Einführung der Pauschalversteuerung auf Dividenden und Zinsausschüttungen wurde auch eine äußerst sinnvolle Steuerregelung gestrichen.“

Damit spielt Kissig auf das zum 1. Januar 2009 eingeführte System der Abgeltungssteuer an. „Bis dahin konnten Anleger Kursgewinne steuerfrei vereinnahmen, wenn zwischen An- und verkauf mindestens 365 Tage vergangen waren“, erklärt der Aktienexperte. „Dies schuf für Privatanleger einen nicht unwichtigen Anreiz, ihre Aktien über einen längeren Zeitraum zu halten und nicht nach kürzester Zeit wieder zu verkaufen.“