Capital Group Globale Champions bieten ideale Investmentchancen

Roboter kochen Nudeln: In China ist die Automatisierung auf dem Vormarsch | © Getty Images

Roboter kochen Nudeln: In China ist die Automatisierung auf dem Vormarsch Foto: Getty Images

Neue Technologien verändern den Welthandel grundlegend. Neue Handels und Zollregime könnten diese Entwicklung noch beschleunigen. Die Wissensökonomie, also der digitale Handel, wächst immer schneller. Die klassischen Exportkennzahlen und derzeitigen Handelsverträge werden ihr aber nicht gerecht.

Die internationalen Lieferketten sind fest etabliert und nur schwer zu ändern. Außerdem hat Chinas Aufstieg zur Wirtschaftsmacht große Auswirkungen auf den Welthandel. China bestimmt maßgeblich das Gewinnwachstum vieler Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen. Zudem wird die Automatisierung die Arbeitsmärkte und auch den Außenhandel maßgeblich ändern. Schon jetzt verlagern viele Unternehmen ihre Produktion in die Nähe der Absatzmärkte. Dies hat Folgen für unsere Investmentpolitik.

Gewinner-Unternehmen sorgen für bessere Effizienz und Skalierbarkeit

Wir investieren in Unternehmen, die unserer Ansicht nach von Veränderungen des Welthandels sowie der wirtschaftlichen und politischen Beziehungen profitieren werden. Die internationalen Lieferketten sind heute gut etabliert und lassen sich daher nicht leicht ändern. Ein sehr gutes Beispiel ist Apple, das mit Zulieferern in 30 Ländern zusammenarbeitet.

Das Unternehmen ist ein Meister darin, dies zu nutzen und Zulieferer zu finden, die kostengünstig Bauelemente produzieren, ohne die hohen Qualitätsstandards von Apple zu verletzen. Grundlage der Apple-Strategie ist die Notwendigkeit, Lieferkettenrisiken zu erkennen und zu steuern – und nicht einfach nur auf die Kosten zu achten. Vielleicht wird Apple seine Beschaffung weiter diversifizieren und in Länder verlagern, die näher an den Endkunden sind. Dann könnten auch einige Fabriken in die USA verlagert werden.

Hinzu kommt, dass viele Unternehmen mit der Globalisierung der Lieferketten eine Spezialisierung und Skalierbarkeit erreicht haben, die sich kaum kopieren lässt. Beispielsweise beherrscht Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) Teile des Markts für Computerchips. Es ist nahezu unmöglich, solche Chips nachzubauen. Broadcom wiederum ist Marktführer bei Smartphone-Chips. Visa und MasterCard beherrschen den Markt für Kredittransaktionen nahezu weltweit. Und auf drei Unternehmen – Novartis, Amgen und Roche – entfällt die Hälfte des weltweiten Umsatzes mit Krebsmedikamenten. Angesichts ihrer Dominanz nennen wir diese Unternehmen Global Champions.

Unternehmensverlagerungen beeinflussen Welthandel

In manchen Branchen sind Unternehmen bereit, teuer zu produzieren, weil die langfristigen Vorteile der Präsenz in bestimmten Ländern wichtiger sind als mögliche kurzfristige Einsparungen. Caterpillar, General Motors und Ford sind Beispiele für große US-Unternehmen, die nach eigener Aussage an ihren Restrukturierungsplänen festhalten werden. Dazu zählt auch die Verlagerung eines Teils der Produktion nach Mexiko, das sich im Laufe der Jahre zum führenden Standort für Automobilhersteller und ihre Zulieferer entwickelt hat. Etwa 90 der weltweit wichtigsten 100 Automobilzulieferer unterhalten hier Fabriken.

Sie konzentrieren sich auf fünf Bundesstaaten, um die Transportkosten zu senken. Mexiko hat Handelsverträge mit Ländern weltweit und daher Zugang zu den meisten wichtigen Märkten. Chinas Aufstieg zur Wirtschaftsmacht in den letzten beiden Jahrzehnten beeinflusst den Welthandel noch immer maßgeblich.

Die Rolle des Landes als der größte Hersteller der unterschiedlichsten Güter ist allgemein bekannt, und die rasche Urbanisierung hat zu einem Immobilienboom geführt. Entsprechend groß ist Chinas Bedeutung für den Rohstoffzyklus. Im letzten Jahrzehnt wurde das Land auch der größte Wachstumsmarkt für viele Branchen – von Robotik und Autos bis zu Flugzeugen und Smartphones. 2015 entfielen 27 Prozent des weltweiten Robotik-Absatzes auf China, ebenso wie 30 Prozent des Absatzes von Aufzügen, 32 Prozent des Automobilabsatzes und 16 Prozent der Verkäufe des Flugzeugherstellers Boeing.

Nirgendwo wächst Starbucks schneller als in China, wo die Kaffeekette heute 2.500 Läden betreibt. Trotz nachlassendem Wachstum ist China noch immer das Land, das am stärksten zum Umsatz- und Gewinnwachstum vieler Unternehmen weltweit beiträgt. Um den internationalen Erfolg vieler Unternehmen zu prognostizieren, müssen wir daher ihre Chinastrategie verstehen.