Carlos von Hardenberg: „Wie Asien in den 70er Jahren“

Carlos von Hardenberg, Fondsmanager des Templeton Frontier Markets Fund, beim Emerging Markets Talk 2012 in Hamburg. Foto: Christian Scholtysik

Carlos von Hardenberg, Fondsmanager des Templeton Frontier Markets Fund, beim Emerging Markets Talk 2012 in Hamburg. Foto: Christian Scholtysik

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DAS INVESTMENT: Herr von Hardenberg, wir haben einen neuen Job für Sie.

Carlos von Hardenberg:
Ach.

Management eines Aktienfonds. Europäische Standardwerte. Sie müssten aber von Istanbul nach Frankfurt ziehen.

von Hardenberg:
Du Elend. Nein, danke. Ich bin lost. Verloren an die Schwellenländer. Etwas anderes geht nicht. Außerdem habe ich ein tolles Team aus allen Teilen der Welt und mit Mark Mobius einen großartigen Mentor.

Wann macht Ihnen Ihr Job keinen Spaß?

von Hardenberg:
Ich bin extrem viel unterwegs – in Summe sicherlich sechs Monate im Jahr. Und die Arbeit macht dann keinen Spaß, wenn meine Frau anruft und ich nicht bei der Familie sein kann. Ich habe den Geburtstag einer Tochter und Nikolaus verpasst.

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Sie bewegen sich auf den letzten Abenteuerspielplätzen der Börsenwelt. Was hat sich die vergangenen Jahre getan?

von Hardenberg:
Im Vergleich zu den vergangenen sechs Jahren ist es eine komplett andere Welt. Besonders in Afrika. Dort gibt es auf einmal Planbarkeit.

Undenkbar vor einigen Jahren.

von Hardenberg:
Sie mussten nur Nestlé oder Coca-Cola fragen, warum produziert ihr in Polen und nicht in Nigeria. Das ist heute definitiv anders. In einigen Ländern kann man sogar von politischer Stabilität sprechen. In zehn Ländern Afrikas gibt es normale Wahlen mit Regierungswechsel.

Inländische und ausländische Unternehmen fühlen sich in den Ländern wohler. Geld kommt rein. Oder es bleibt drin und geht nicht mehr nach Genf. Es wird reinvestiert. Es herrscht eine Stimmung wie in Asien in den 70er Jahren.

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