Carmignac-Manager exklusiv: „Philippinen sind eine Turnaround-Story“

Simon Pickard ist Manager für Schwellenländeraktien bei<br>Carmignac Gestion

Simon Pickard ist Manager für Schwellenländeraktien bei
Carmignac Gestion

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DAS INVESTMENT.com: Blicken wir einmal zurück zu unserem Gespräch im Herbst. Sind Sie noch immer so vorsichtig?

Simon Pickard: Eher enttäuscht, dass Aktien in Schwellenländern und Industrienationen sich noch immer stark im Gleichschritt bewegen. Immer wenn wir in der entwickelten Welt eine Krise haben, leiden auch die Schwellenländer unter massiven Abflüssen.

DAS INVESTMENT.com: Obwohl sie unschuldig sind.

Pickard: Genau. Deshalb sind wir ja so enttäuscht. Sicherlich stimmt noch immer die langfristige Perspektive. Aber es schreckt Investoren ab, wenn sie über Nacht 25 Prozent verlieren können, nur weil Griechenland Pleite geht.

DAS INVESTMENT.com: Ich wollte damals auch wissen, wann Sie Ihre vorsichtige Haltung ändern.

Pickard: Das ist schon passiert. Wir hatten Aktien damals im Carmignac Emerging Patrimoine zu 20 Prozent gewichtet. Heute sind es 45 Prozent. Das Maximum wäre 50 Prozent. Es gab einige gute Nachrichten aus den Schwellenländern. Die Inflation geht kräftig zurück, sogar in Indien. das passiert zwar etwas später als wir es erwarteten, aber immerhin. Die Zentralbanken senken ihre Leitzinsen, um die Wirtschaft zu stärken.

DAS INVESTMENT.com: In China noch nicht.

Pickard: China ist anders. Die Zentralbank steuert viel über die Mindesteinlagen für Geschäftsbanken. Und diese Sätze hat sie massiv gesenkt. Das wirkt wie sinkende Zinsen. Wenn die Inflationsraten weiter zurückgehen, werden wir in den kommenden sechs Monaten weiter sinkende Zinsen erleben. Das könnte den Schwellenländeraktien sehr helfen, sogar wenn in den Industrienationen nichts passiert.