CDU-Politiker „Rente mit 63 war ein Fehler“

Seniorinnen im Theater: Muss das Renteneintrittsalter an die gestiegenen Lebenserwartungen angepasst werden? | © Getty Images

Seniorinnen im Theater: Muss das Renteneintrittsalter an die gestiegenen Lebenserwartungen angepasst werden? Foto: Getty Images

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„Die Rente mit 63 war ein Fehler, denn sie begünstigt die Höchstverdienstrentner eines relativ kleinen Personenkreises.“ Das erklärte Kai Whittaker, Mitglied der CDU-Bundestagsfraktion in einem Streitgespräch mit der Juso-Bundesvorsitzenden Johanna Uekermann.

Die Rente bevorteile vor allem Männer, die ihr Berufsleben als Lehrling begonnen haben und als Facharbeiter zwei Jahre früher in Rente gehen dürfen. „Da haben wir weder etwas für die Armen getan noch irgendwas für eine Gerechtigkeitslücke.“

Die Diskussion fand im Rahmen einer Veranstaltung des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) in Berlin statt. „Zahlen die Jungen die Zeche?“ – so lautete die zentralen Fragestellung der Rentenexperten-Runde. Der Hintergrund: Mit einem Anteil von etwa 36 Prozent bilden die Über-59-Jährigen bei der anstehenden Bundestagswahl erstmals die größte Wählergruppe. Daher könnte die Gefahr entstehen, dass Politiker in vorauseilendem Gehorsam vor allem die Erwartungen der Älteren bedienen.

Die SPD-Politikerin Uekermann forderte auf eine weitere Absenkung des Rentenniveaus zu verzichten. Das würde nicht zu einer Beitragsbelastung für die junge Generation führen, erklärte sie. „Man muss auch andere Faktoren einbeziehen als nur die demografischen“, so die Juso-Vorsitzende. So komme es auch auf die Arbeitsproduktivität, die Erwerbsbeteiligung von Frauen und die Zuwanderung an.

Eine weitere Erhöhung des Renteneintrittsalters, worüber in dem Gespräch heftig gestritten wurde, lehnt Uekermann strikt ab. Whittaker hingegen sieht eine Diskussion darüber früher oder später für unausweichlich an. Die Verlängerung der Lebenszeit, wie sie seit Jahren festgestellt wird, dürfe nicht allein zu einer Verlängerung der Rentenphase führen, sondern müsse sich anteilig auch auf die Lebensarbeitszeit auswirken.