Chancen durch Fracking Ölmarkt: 4 Fakten, die jeder Anleger kennen sollte

US-Schiefergas auf dem Weg nach Schottland: Die USA sorgen auf dem globalen Ölmarkt für neue Wettbewerbsstrukturen  | © Getty Images

US-Schiefergas auf dem Weg nach Schottland: Die USA sorgen auf dem globalen Ölmarkt für neue Wettbewerbsstrukturen Foto: Getty Images

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Der Schmierstoff der Weltwirtschaft kommt immer öfter aus den USA. Vielleicht aus einer Förderanlage im US-Bundesstaat Texas. Dank der umstrittenen Fracking-Technologie zur Förderung von unkonventionellem Erdöl, zum Beispiel Schieferöl, sorgen vor allem die US-Amerikaner auf dem globalen Ölmarkt für neue Wettbewerbsstrukturen. Der Grund: Fracking-Produzenten können schneller auf veränderte Marktsituationen reagieren, sorgen aber auch für Preisschwankungen.

1. Was Anleger über den Markt wissen sollten:

Fracking hat das Geschäftsmodell Öl verändert

Durch das Fracking ist in der Ölindustrie eine neue Ära angebrochen: Während es für konventionelle Produzenten, die mit ihren Anlagen flüssiges Öl aus der Erde fördern, fünf bis zehn Jahre bis zur Amortisation einer Produktionsstätte dauert, kann sich eine Investition in Fracking schon nach zwei Jahren rechnen. Die hohen Ölpreise zwischen 2011 und 2014 haben die Entwicklung der Fracking-Technologie vorangetrieben. Die fallenden Preise in den darauffolgenden Jahren haben für Effizienzsteigerungen gesorgt – und das, obwohl Fracking nicht unumstritten ist.

2. Was Anleger über den Rohstoff wissen müssen:

Die Schieferölressourcen sind gewaltig

In den USA kam es zu einem regelrechten Fracking-Boom: Im sogenannten Permischen Becken in Texas sollen sich 150 Milliarden Barrel Öläquivalent befinden – ungefähr so viel wie im weltweit größten konventionellen Ölfeld, dem Ghawar-Feld in Saudi-Arabien. Während in Ghawar pro Tag rund fünf Millionen Barrel Öl gefördert werden, kommt man im Permischen Becken auf 1,3 Millionen Barrel Schieferöl. Die Experten von Fidelity gehen davon aus, dass der Output noch steigt: Allein seit 2014 soll sich die Produktivität der permischen Schieferquellen verdoppelt haben. Die durchschnittlichen Break-even-Kosten sollen um ein Drittel gesunken sein. Durch Gelder von der Wall Street hat sich die Zahl der Bohranlagen im Permischen Becken im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Auch wenn in den kommenden Monaten und Jahren die Service- und Pumpkosten steigen: Die Fracking-Ära hat gerade erst begonnen. Zehntausende Quellen sind noch nicht erschlossen.