Chartanalyse Gold: "Der Hype um Gold hat sich gelegt"

Alexander Sedlacek

Alexander Sedlacek

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Edelmetalle sind durch ihre natürliche Knappheit, die relativ leichte Lager- und Transportfähigkeit seit 7.000 Jahren Tausch- und Wertaufbewahrungsmittel der Menschen. 

Die Haupteinflussfaktoren auf die Preisentwicklung der Edelmetalle sind heute Zins-, Währungs-, Inflations- und Börsenentwicklung, der Bedarf der Industrie und Schmuckindustrie sowie die Politik der Zentralbanken und Regierungen.

Die letzten beiden Einflussfaktoren prägten die deutliche Preissteigerung von Edelmetallen in den letzten Jahren. In diesem Ausmaß nicht das erste Mal: Als der Richard Nixon als Präsident der Vereinigten Staaten 1971 die Bindung des US-Dollar an Gold aufhob, startete das Gold eine Kursrally von circa 40 US-Dollar bis auf 666 US-Dollar im Jahr 1980.

Prozentual gesehen war das eine weitaus stärkere Rally als die von 2001 bis 2011. Danach halbierte sich der Goldpreis innerhalb von zwei Jahren und haussierende Aktienmärkte, hohe Realverzinsung sowie allgemein niedrige Inflationserwartungen machten das Gold für Investoren unattraktiv. 

2001 bis 2011 stieg der Preis für Gold stetig und erreichte sein Endspiel von 2009 bis 2011. Besonders die Verunsicherung  durch die Finanzmarkt- und Eurokrise trieb die Nachfrage nach Goldmünzen und -barren in neue Höhen.

Auch die Nachfrage nach börsengehandelten Partizipationsvehikeln wie Fonds, ETFs und Zertifikate stieg drastisch an. Werbeschilder mit der Aufschrift „Wir kaufen Ihr (Alt)Gold“ wurden im letzten Winkel des Landes aufgehängt und erste „Gold-to-Go“-Automaten aufgestellt. Als Gold gefühlt zu teuer war, wurde teilweise auf  Silber ausgewichen.

Immer dann, wenn es zu solchen Auswüchsen kommt, besteht die Gefahr von  Überbewertungen und dementsprechenden Korrekturen. Der nun seit zwei Jahren anhaltende Kursrückgang reduzierte den Goldpreis von 1.920 US-Dollar bis auf 1.180 US-Dollar und Silber von 49 US-Dollar bis auf 18 US-Dollar. 

Der Hype um Gold hat sich gelegt, die Aktienmärkte haben sich weiter erholt und die Fed plant, den Geldhahn mittels dem sogenannten Tapering etwas zuzudrehen. Edelmetallinvestoren, die erst in 2010 auf den Trend aufgesprungen sind, haben Verluste bis zu 33 Prozent erlitten. Viele die Gold aus Sicherheitsgedanken heraus gekauft haben, sehen sich aktuell mit Verlusten konfrontiert.