Chefvolkswirt bei Degussa Spartipp von Thorsten Polleit: Gold statt Geld

Thosten Polleit, Chefvolkswirt bei Degussa

Thosten Polleit, Chefvolkswirt bei Degussa

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Bislang hatte das Gold einen Nachteil gegenüber den Giroguthaben bei den Banken: Wer Gold hielt, musste auf Zinserträge verzichten, die er andernfalls mit dem Halten von Bankguthaben hätte erzielen können.

Doch die Situation hat sich geändert: (1) Es gibt keine Verzinsung mehr auf Bankguthaben. (2) Den Haltern von Bankguthaben drohen Verluste durch (i) Negativzinsen und/oder (ii) steigende Kontoführungsgebühren.

Hinzu kommt, dass es mittlerweile (iii) auch ein Zahlungsausfallrisiko gibt. Das wird dann schlagend, wenn eine Bank überschuldet ist und („große“) Bankgut-haben im Zuge der Sanierung oder Abwicklung der Bank untergehen.

Bankguthaben verliert an Kaufkraft

Die Geldhalter sind (iv) dem Risiko der Inflation ausgesetzt: Steigende Preise werden die Folge sein, wenn die Zentralbanken immer mehr neues Geld in Umlauf bringen, um Zahlungsausfälle von Banken und Staaten abzuwehren.

Nun sind Giroguthaben (die ja auf einen nominalen Geldbetrag lauten) und Gold aus Sicht des Sparers nicht unmittelbar vergleichbar; Giroguthaben und Gold sind heutzutage für viele „ganz unterschiedliche Dinge“.

Quelle: Bloomberg, Thomson Financial; eigene Berechnungen