Bantleon-Volkswirt China lahmt - ein wenig

Baustelle in Peking | © Getty Images

Baustelle in Peking Foto: Getty Images

Anfang 2016 sorgte China für große Verunsicherung an den Finanzmärkten. Angesichts riesiger Überkapazitäten wuchs die Angst vor einer harten Landung, die die Weltwirtschaft massiv belastet hätte. Inzwischen hat sich die Lage aber nicht nur entspannt – das Wirtschaftswachstum zog sogar wieder auf knapp 7 Prozent an (im Vorjahresvergleich).

Nächste konjunkturelle Abkühlung in Sicht

Diese Zwischenbelebung darf indes nicht darüber hinwegtäuschen, dass China künftig kleinere Brötchen backen wird. Die nächste konjunkturelle Abkühlung ist bereits in Sicht, weil der Staat inzwischen nicht mehr stimuliert, sondern bremst.

Im Mittelpunkt steht der Wohnungsmarkt. Dort wurden die Verkäufe zunächst durch günstige Finanzierungskonditionen angekurbelt. In der Folge schossen die Preise in die Höhe, was die Regierung schließlich veranlasste, den Stimulus wieder zurückzufahren. Das Umsatzwachstum verlor daraufhin an Schwung und dürfte sich in den kommenden Monaten weiter ab-schwächen (Grafik unten).

Darunter wird auch das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) leiden. Mit einem Einbruch ist dennoch nicht zu rechnen. Anders als 2014/2015 – als sich das BIP-Wachstum um einen Prozentpunkt verlangsamt hatte – ist diesmal keine Immobilienblase entstanden. Vielmehr hat die Zahl der Geisterstädte zuletzt sogar abgenommen (Grafik unten). Fazit: Das Wachstum wird sich abkühlen – von einem Hard-Landing sollte China aber auch 2017 verschont bleiben.