Chinesische Regierung sagt Immobilienspekulanten den Kampf an „Wohnungen sind zum Wohnen da“

Chinas Staatspräsident Xi Jinping hält an den Maßnahmen zur Eindämmung von Spekulationen am Immobilienmarkt fest | © Getty Images

Chinas Staatspräsident Xi Jinping hält an den Maßnahmen zur Eindämmung von Spekulationen am Immobilienmarkt fest Foto: Getty Images

Vor einigen Jahren löste die hohe Liquiditätsversorgung von Investoren eine Rally am chinesischen Immobilienmarkt aus, die Preise stiegen rasant. Immobilienunternehmen nutzten die Gunst der Stunde, um ihre Marktstellung durch den Ausbau von Landreserven und die Ankurbelung des Verkaufs zu festigen.

Daraufhin begannen die Lokalregierungen mit der Implementierung verschiedener Maßnahmen, um die Häuserpreise wie von der Zentralregierung gewünscht unter Kontrolle zu bringen.

Politische Maßnahmen zeigen Wirkung

Dieser Prozess ist noch nicht beendet. Bei der Rede des chinesischen Regierungschefs Xi Jinping auf dem 19. Nationalen Volkskongress vergangenen Oktober wurde klar, dass die Lokalregierungen in China bis auf Weiteres an ihren Maßnahmen zur Eindämmung von Spekulationen am Immobilienmarkt festhalten. Erste Auswirkungen auf die Wohnungsverkäufe sind bereits spürbar, wie die nachfolgende Grafik anhand der Preisveränderungen illustriert.

Monatliche Preisveränderung in Prozen bei neuen Privatimmobilien in China (linke Skala); Immobilienverkäufe (rechte Skala)

Investoren fragen sich angesichts der Preisabkühlung am Immobilienmarkt: „Wird es eine weiche Landung für Branchenunternehmen geben?“ Unsere Antwort dürfte beruhigend sein: Der chinesischen Regierung ist sehr wohl bewusst, dass das Niveau der Wohnungspreise für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes entscheidend ist. Eine Bruchlandung für Investoren ist daher unwahrscheinlich.

Eines sollten Anleger jedoch bedenken: Chinas Staatspräsident Xi Jinping ist überzeugt, dass hohe Immobilienpreise die größte Ursache der wachsenden Ungleichheit in China sind, und zwar nicht nur zwischen verschiedenen Einkommensstufen, sondern auch zwischen Generationen. Seine Schlüsselbotschaft auf dem 19. Nationalen Volkskongresses lautete: Einkommensgleichheit muss gefördert und Entwicklungsunterschiede zwischen verschiedenen Landesregionen müssen reduziert werden. Zudem bekräftigte er: „Wohnungen sind zum Wohnen da und nicht zum Spekulieren.“

Prognose: Chinesischer Immobilienmarkt kühlt ab

Vor diesem Hintergrund rechnen wir mit einer Abkühlung am chinesischen Wohnimmobilienmarkt. Für das Jahr 2018 prognostizieren wir einen Anstieg der Verkaufszahlen und der Preise um lediglich 2 Prozent.

Dieses Wachstum ist in den Aktienkursen von Immobilienunternehmen bereits eingepreist. Die Gewinnmargen von Projektentwicklern könnten angesichts stagnierender oder sinkender Wohnungspreise einknicken.

Sicherheit geht für Investoren vor

Darüber hinaus werden die Aktienkurse börsennotierter Immobilienentwickler in Hongkong zum Teil durch Käufe von Anlegern auf dem chinesischen Festland beflügelt, und hier zeichnet sich eine Abkühlung ab. Anleger, die Investitionen in Chinas Immobilienmarkt in Erwägung ziehen, sollten deshalb auf Nummer sicher gehen.

Bei Kames Capital haben wir uns bereits im Vorfeld des 19. Nationalen Volkskongresses entsprechend positioniert und setzen auf einen kleineren Wohnimmobilienentwickler, der noch von einem Bewertungsunterschied zu den Branchenriesen profitiert.

Der Schwerpunkt unserer Anlagetätigkeit liegt unverändert auf Tier 1- und 2-Städten, in denen die langfristige Urbanisierung die Nachfrage nach Immobilien sichert. Die restriktive Politik der chinesischen Regierung gegenüber der Immobilienbranche darf aus unserer Sicht ruhig weitergeführt werden.