Commerz Real, Union Investment und Deka Immobilien So wollen offene Immobilienfonds ihre Renditen steigern

Innenstadt von Bremen: Union Investment hat sich bereits Objekte in B-Städten wie der Hansestadt gesichert. (Foto: Getty Images)

Innenstadt von Bremen: Union Investment hat sich bereits Objekte in B-Städten wie der Hansestadt gesichert. (Foto: Getty Images)

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Offene Immobilienfonds (OIF) waren lange Zeit ein gutes Geschäft. Mit der Finanzkrise standen einige OIFs vor der Auflösung – und haben ihre Anleger bis heute noch nicht vollständig ausgezahlt. Die verbliebenen Fonds kämpfen jetzt gegen niedrige Zinsen und teure Preise im Bereich der Core-Immobilien, also der hochwertigen Objekte in guten Lagen, die langfristige Mieter haben. Es stellt sich die Frage, ob die Fondsmanager Abstriche bei der Qualität der Immobilien machen.

Für Mario Schüttauf, der den Hausinvest für die Commerz Real managt, kommt das eigentlich nicht in Frage. Nur: „Als Teil der Portfoliobeimischung – allerdings auch hier nur in Top-Lagen – können selektiv Objekte in Betracht kommen, die zwar einen gewissen Vermietungs- oder Umbaubedarf mit sich bringen, aber nach Ausführung entsprechender Maßnahmen überzeugende Wertsteigerungen erwarten lassen.“ Auch Union Investment Real Estate rückt in diesem Fall nicht von ihrer Core-Strategie ab, so Reinhard Kutscher, in der Geschäftsführung der Firma für das Fondsmanagement für Privatkundenprodukte zuständig.

Anders bei Deka Immobilien. Hier werden zum Beispiel kleine Leerstände und Umbaubedarf akzeptiert, „wenn sich dies in einem Preisnachlass für die Objekte niederschlägt und wir die Möglichkeit sehen, die Gebäude zu einer Spitzenimmobilie weiter zu entwickeln“, sagt Geschäftsführer Torsten Knapmeyer. „Keine Abstriche machen wir weiterhin bei der Drittverwendungsfähigkeit.“

Eine andere Alternative, dem Renditedruck zu begegnen, ist das Ausweichen auf B-Standorte. Im Shopping- und Hotelbereich kommen für Deka Immobilien auch Immobilien in B-Städten in Frage. Union Investment hat sich bereits Objekte in B-Städten wie Bremen, Hannover, Leipzig, Birmingham oder Breslau, aber auch Austin oder Minneapolis gesichert, von denen sich die Manager langfristig eine hohe Ertragsstabilität versprechen. „Wir haben den Anteil an Investments in Mittelstädten erhöht, um dem Preisdruck auszuweichen“, so Geschäftsführer Reinhard Kutscher.

Für Mario Schüttauf vom Hausinvest kommen allenfalls ausgewählte B-Städte in Betracht. „Allerdings konzentrieren wir uns auch dort auf die Top-Lagen.“ Das könne das Stadtzentrum sein oder ein Standort mit Anziehungskraft, wie etwa ein Shopping-Center mit großem Einzugsgebiet und exzellenter Verkehrsanbindung.