Convertible Bonds In volatilen Zeiten schlägt die Stunde der Wandelanleihen

Natalia Barazal, Fondsmanagerin des LO Funds – Convertible Bond bei Lombard Odier Investment Managers

Natalia Barazal, Fondsmanagerin des LO Funds – Convertible Bond bei Lombard Odier Investment Managers

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„Es ist die Wiederholung der Affirmation, die zum Glauben führt. Und wenn der Glaube eine tiefe Überzeugung wird, dann beginnt es zu geschehen.“ (Muhammad Ali)

Im Hinblick auf die positiven Daten zum US-Arbeitsmarkt und der Lohnentwicklung im Oktober fragen wir uns, ob die Politik der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) nun mit Muhammad Alis Weisheit durchdrungen ist. Janet Yellen wiederholt stetig ihre Aussagen bezüglich der Wachstumsaussichten in den USA im Allgemeinen und den Inflationserwartungen im Speziellen. Das mag vielleicht zu einer tiefen Überzeugung geführt haben, dass das aktuelle Wachstum nachhaltig ist und möglicherweise eine Lohninflation einsetzt.

Der Oktober-Bericht zum US-Arbeitsmarkt und der Lohnentwicklung war tatsächlich viel besser als erwartet. Aber dies waren nicht die einzigen guten Nachrichten von der Makro-Seite in diesem Monat. Auch die globale Industrieproduktion nahm Fahrt auf und die chinesische Währung stabilisierte sich. Anleger sollten diese Entwicklung allerdings distanziert betrachten. Denn die starken deflationären Kräfte wirken nach wie vor, die Wachstumsraten liegen unter dem Trend und die freien Kapazitäten sind weiter hoch (und nehmen in den Schwellenländern sogar zu).

Wandelanleihe-Emittenten aus entwickelten Ländern übertreffen Gewinnerwartungen

Nichtsdestotrotz ist die jüngste Beschleunigung der Inflation in den USA wichtig. Es ist ein erstes Anzeichen dafür, dass die Löhne nun schneller wachsen, denn auf Jahresbasis legten die Stundenlöhnen 2,5 Prozent zu. Frühindikatoren zur Inflationsentwicklung dürften daher in den kommenden Monaten von Investoren, Analysten und der Politik auf ihrer Suche nach Bestätigung für den Erfolg des großen Quantitative-Easing-Experiments eingehend geprüft werden.

Der Beginn der Berichtssaison zum dritten Quartal bot eine gewisse Erleichterung hinsichtlich der strengen Beobachtung der Notenbanken, aber wenig große Überraschungen. Unternehmen aus den entwickelten Märkten, die als Wandelanleihe-Emittenten auftreten, haben die Gewinnerwartungen überwiegend übertroffen. Bei den entsprechenden US-Firmen waren es 61 Prozent, bei den europäischen 67 Prozent und 75 Prozent bei den japanischen.

Dagegen enttäuschten Unternehmen aus dem asiatisch-pazifischen Raum. Hier konnten nur 21 Prozent der Unternehmen sowohl die Erwartungen hinsichtlich Gewinn je Aktie als auch Umsatz übertreffen. Die führenden Sektoren im dritten Quartal waren Gesundheit und Technologie. Am schlechtesten schnitten die Branchen Basiskonsumgüter und Energie ab, wo weniger als die Hälfte die Erwartungen des dritten Quartals erfüllten.

Acht neue Convertible Bonds im Oktober

Auch wenn die weltweite Emissionstätigkeit während der ersten Wochen im Oktober sehr ruhig war, gab es doch mehrere neue Wandelanleihen zum Ende des Monats. Insgesamt kamen acht neue Convertible Bonds im Volumen von insgesamt drei Milliarden Dollar auf den Markt. Seit Jahresbeginn summiert sich das Emissionsvolumen damit auf 67,2 Milliarden Dollar (Quelle: UBS). Das ist zwar weniger als 2014, aber etwa auf dem Niveau von 2013.

Wir haben es mit besonders unsicheren Zeiten für Investoren zu tun. Das rechtfertigt unseren opportunistischen, aber vorsichtigen, Ansatz: geringeres Gewicht von Anleihen niedriger Qualität im Portfolio, starke Untergewichtung des Energiesektors und eine niedrige Aktiensensitivität in den Schwellenmärkten Asiens. Zusätzlich ist die Zinssensitivität des Fonds mit -1,9 Prozent besonders niedrig, für den US-Teil des Portfolios beträgt die Kennzahl -2,1 Prozent.