Corporate Governance Ranking: Union Investment analysiert die 30 Dax-Konzerne

Bei diesen Themen müssen die Dax-Konzerne laut Union Investment nacharbeiten | © Union Investment

Bei diesen Themen müssen die Dax-Konzerne laut Union Investment nacharbeiten Foto: Union Investment

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Jens Wilhelm; Foto: Union Investment

Gute Unternehmensführung (Corporate Governance) entscheidet nach Ansicht der Fondsgesellschaft Union Investment „wesentlich mit über den Erfolg oder Misserfolg von Unternehmen“. Deshalb ließ die Vermögensverwaltung aus der genossenschaftlichen Finanzgruppe vom Stimmrechtsberater Ivox Glass Lewis ein Corporate-Governance-Ranking der 30 Konzerne im deutschen Leitindex Dax entwickeln.

„Das Ranking möchte für die Wichtigkeit des Themas sensibilisieren und Defizite offenlegen“, sagt Jens Wilhelm, im Vorstand der Union Asset Management Holding zuständig für Portfoliomanagement, Immobilien und Infrastruktur. „Schlechte Governance ist ein Frühindikator für Risiken, daher integrieren wir Governance-Aspekte in unseren Investmentprozess. Gut geführte Unternehmen sind weniger anfällig für Risiken und damit robuster und langfristig erfolgreicher“, erläutert Wilhelm.

Aufsichtsrat hat höchste Gewichtung

In das Ranking fließen 91 Kriterien ein, die für Union Investment bei der Beurteilung und Bewertung von Corporate Governance relevant sind. Das stärkste Gewicht hat dabei der Aufsichtsrat, weil dieser die Aktionärsinteressen im Unternehmen über die Kapitalseite zu vertreten hat.

Weitere Kriterien betreffen Vorstand, Vergütung, Transparenz, Aktionärsrechte und Kapitalbeschlüsse auf der Hauptversammlung. Das Ranking ist im Sinne bestmöglicher Objektivität und Vergleichbarkeit rein quantitativ angelegt und beruht auf breiter Datengrundlage. Bewertungsbasis bei allen Unternehmen sind die öffentlich verfügbaren Daten nach Beendigung der Hauptversammlungssaison 2016. Stichtag ist der 15. Juli.

Diversity, Vergütung und Aufsichtsrat

Die Kriterien werden je nach Erfüllung von negativ (-1) über neutral (0) bis positiv (+1) bewertet. Ein Sonderprüfungsantrag gegen den Vorstand oder Aufsichtsrat auf der Hauptversammlung wiegt im Ranking schwerer als andere Defizite und wird als einziges Kriterium mit drei Minuspunkten bewertet. Die erreichbare Punktzahl reicht von 20 (Best Case) bis -50 (Worst Case) und wird dann in ein Schulnotensystem übersetzt.

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Grafik: Union Investment

Dabei liegt die Annahme zugrunde, dass gerade noch besteht (Note 4-), wer nur die Hälfte der maximal erreichbaren Punkte schafft (also -15). Verbesserungsbedarf ist vor allem bei den Themen Diversity, speziell Internationalität, Vergütung des Topmanagements, Besetzung und Nominierungsprozesse des Aufsichtsrats und Transparenz über die Gremientätigkeit zu erkennen.