Crashtest: Die besten Aktienfonds Osteuropas

Heiße Aussichten bei minus 22 Grad: Aktivistinnen der ukrainischen Frauenbewegung „Femen“ stürmen die Gazprom-Zentrale in Moskau, um gegen die hohen Gaspreise in ihrer Heimat zu protestieren. Der in der Ukraine verschriene Energieriese ist bei Osteuropa-Fondsmanagern sehr beliebt. Quelle: Getty Images

Heiße Aussichten bei minus 22 Grad: Aktivistinnen der ukrainischen Frauenbewegung „Femen“ stürmen die Gazprom-Zentrale in Moskau, um gegen die hohen Gaspreise in ihrer Heimat zu protestieren. Der in der Ukraine verschriene Energieriese ist bei Osteuropa-Fondsmanagern sehr beliebt. Quelle: Getty Images

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Nackte Tatsachen gegen hohe Gaspreise: Bei klirrender Kälte stürmten im Februar Aktivistinnen der ukrainischen Frauenrechtsgruppe „Femen“ halbnackt die Moskauer Gazprom-Zentrale. Mit Parolen wie „Stoppt die Gas-Erpresser“ demonstrierten die Frauen gegen die aus ihrer Sicht überhöhten Energiepreise, die der halbstaatliche Konzern ihrer Heimat Ukraine berechnet.

Mit ihrem Unmut stehen die zeigefreudigen Feministinnen nicht allein: Beschwerden über die russische Energiepolitik gehören in der Ukraine bereits seit Längerem zum guten Ton.

Manager erfolgreicher Osteuropa- Fonds hingegen mögen russische Energieriesen und sagen ihnen großes Potenzial nach. „Energieproduzierende Länder wie Russland können sich trotz der Konjunktursorgen in Europa und des schwächeren Wachstums in China weiter über hohe Ölpreise freuen“, erklärt Aziz Unan. Auch der Ölstreit mit Iran dürfte die Preise stützen, so der Manager des Osteuropa- Fonds Renaissance Ottoman.

Auch Martin Hrdina glaubt an Russland. „Als eines der rohstoffreichsten Länder der Welt profitiert es stark vom Wachstum der Weltwirtschaft, insbesondere auch von der Rohstoffnachfrage aus China“, sagt der Manager des Deka-Convergence Aktien. Bereits bei einem Ölpreis von 100 US-Dollar pro Barrel würde das Land einen ausgeglichenen Staatshaushalt erreichen. Zudem könnten die Verantwortlichen im Kreml die hohen Überschüsse aus Rohstoffexporten für eine weitere Stimulation der Wirtschaft verwenden.

Energieriesen mit Potenzial
Vor zwei Jahren gab sich Hrdina beim gleichen Thema noch ziemlich reserviert. Da der russische Staat sehr stark auf die Gewinne der Öl- und Gasindustrie angewiesen sei, würden diese so stark besteuert, dass der freie Cashflow weggesteuert werde, erklärte der Deka-Manager 2010. Daher zog er damals Werte vor, die nur indirekt vom Öl- und Gassektor profitieren.

Mittlerweile hat Hrdina seine Meinung geändert: Gazprom und Lukoil bilden mit 5,6 beziehungsweise 5 Prozent aktuell die zweit- und drittgrößte Position in seinem Portfolio.

Dass dieser Ansatz funktioniert, zeigt der jüngste Crash-Test von DER FONDS.  Das Schwester-Magazin von DAS INVESTMENT testete 55 Osteuropa-Aktienfonds in puncto Performance, Stresstest und Rating. Mit 287 von 300 möglichen Punkten landete das Deka-Produkt auf dem ersten Platz; der Ottoman-Fonds wurde Dritter.