Crashtest-Sieger Schwellenländer-Rentenfonds „Die Risiken für die Anlageklasse steigen“

Yerlan Syzdykov, Manager des Pioneer Emerging Markets Bond

Yerlan Syzdykov, Manager des Pioneer Emerging Markets Bond

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DER FONDS: Wie attraktiv schätzen Sie Schwellenländeranleihen im aktuellen Marktumfeld ein?

Yerlan Syzdykov: Im Vergleich zu den Jahren 2012 und 2013 sehen wir steigende Risiken. Dennoch bleiben wir für die Anlageklasse optimistisch. Positive Impulse gehen nach wie vor von der Geldpolitik der Zentralbanken rund um den Globus aus. Die Notenbanker reagieren umfangreich auf die Wachstumsprognosen in Europa, den USA und China. Die Maßnahmen erfolgen in einem Umfeld, in dem Wachstum zunehmend schwieriger zu finden ist. Einerseits müssen sich Investoren auf höhere Ausfallraten einstellen. Andererseits sollten auch qualitativ höherwertige Anleihen auf den Markt kommen.

Welche Länder sind vielversprechend?

Vor allem Länder mit stabilen Finanzen, Leistungsbilanzüberschüssen und ausreichenden Reserven. Dazu gehört zum Beispiel China. Das Land sollte einem Zinsanstieg in den USA problemlos begegnen können. Daneben überzeugen auch der Golfstaat Katar und Russland mit soliden Zahlen.

Crashtest: Die besten Schwellenländer-Rentenfonds

Wer mit festverzinslichen Wertpapieren höhere Renditen erzielen will, als Steuer und Inflation wegfressen, kommt um höherverzinsliche Anleihen aus Schwellenländern kaum herum - trotz drohender Zinswende in den USA. DER FONDS nennt die besten Angebote.

  Fonds Punkte
Gesamt
Pkt.
Perfor-
mance
Pkt.
Stress-
test
Pkt.
Rating
Vol. in
Mio. €
1 Pioneer Emerging Markets Bond 208 100 48 60 1,929
2 Apollo New World 203 91 87 25 61
3 Kepler Emerging Markets Rentenfonds 164 53 64 47 94
4 Candriam Bonds Emerging Markets 164 83 11 70 486
5 ISI Emerging Market Bonds 155 60 30 65 57
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Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 22. Oktober 2014)
Quelle: Sortierkriterium: Punkte Gesamt, Quelle: Testverfahren DER FONDS, Berechnung und Daten: FWW Fundservices GmbH (Stichtag: 22. Oktober 2014)


Wie akut ist die Gefahr steigender Zinsen in den USA?

Obwohl es jüngst einige Signale gab, die für eine längere Niedrigzinspolitik der US-Notenbank sprechen, wird eine Normalisierung wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen. Dies würde den globalen Anleihemarkt belasten und insbesondere Schwellenländeranleihen.

Welche anderen Risiken gibt es?

Eine von Europa, China und den Schwellenländern insgesamt ausgehende schwächere Weltwirtschaft könnte die Währungen und Credit Spreads unter Druck setzen. Sollten die geopolitischen Spannungen anhalten, drohen darüber hinaus Verwerfungen in den traditionellen Handelsbeziehungen und Preisschocks auf den Rohstoffmärkten.

Sind Hartwährungs-Anleihen interessanter als Lokalwährungen oder umgekehrt?

Alles in allem bevorzugen wir Hartwährungen. Denn wir denken, dass der US-Dollar stark bleiben wird gegenüber den meisten wichtigen Lokalwährungen. Allerdings: Würde Russland seine Haltung im Ukraine-Konflikt ändern oder Brasilien seine Fiskalpolitik, könnten die Währungen beider Länder davon kurzfristig profitieren. Anhaltender Druck auf die Rohstoffmärkte könnte die Rohstoffe exportierenden Schwellenländer und deren Währungen in Bedrängnis bringen, wobei Asien besser dastehen sollte als Lateinamerika. Eine potentielle Gefahr für die Währungen in Zentraleuropa, im Mittleren Osten und in Afrika geht zudem von konjunkturellen Turbulenzen in der Eurozone aus.

Wo sehen Sie mehr Potenzial – bei Unternehmens- oder Staatsanleihen?

Im Hartwährungsbereich ist das Angebot an Unternehmensanleihen mittlerweile größer als das an Staatsanleihen. Es bieten sich dort deutlich mehr Investmentgelegenheiten. Mit einer guten Analyse und einem guten Risikomanagement, das mögliche Zahlungsausfälle im Blick hat, lassen sich mit Unternehmensanleihen die besseren Ergebnisse erzielen. Man muss allerdings von Fall zu Fall entscheiden: In manchen Märkten kann die Staatsanleihe die bessere Wahl sein. Zudem sind Unternehmensanleihen oft weniger liquide, und in einigen Märkten gibt es Transparenzprobleme.

Welche Potenziale sehen Sie in den Anleihemärkten der Frontier Markets?

Frontier Markets haben eine ähnliche Anziehungskraft wie die Emerging Markets vor zwanzig Jahren. Allerdings ist die Ausganglage heute doch eine etwas andere mit einem deutlich sinkenden Ölpreis und Schwächen auch in anderen Bereichen des Rohstoffsektors. Investoren sollten daher sehr selektiv vorgehen, wenn sie über Anlagen in Frontier Markets nachdenken.