Das Comeback der Fondspolice

Euro-Symbol vor dem Eurotheum in Frankfurt:<br> Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank drückt die <br> Renditen klassischer Policen Foto: Getty Images

Euro-Symbol vor dem Eurotheum in Frankfurt:
Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank drückt die
Renditen klassischer Policen Foto: Getty Images

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Klassiker haben es schwer in diesen Tagen. Zumindest, wenn es um klassische Lebensversicherungen geht. Man könnte meinen, Kapitalmärkte und deutsche sowie europäische Politik hätten sich gegen des Deutschen liebstes Altersvorsorgeprodukt verschworen. So hat das Bundesfinanzministerium (BMF) im Februar beschlossen, den Garantiezins für Kapitallebensversicherungen von derzeit 2,25 Prozent recht dras - tisch auf 1,75 Prozent zum 1. Januar 2012 zu senken. Der Garantiezins beziehungsweise Höchstrechnungszins ist der maximale Satz, den ein Versicherer neuen Kunden garantieren darf. Dieser Satz orientiert sich an der Umlaufrendite zehnjähriger Staatsanleihen und darf höchstens 60 Prozent dieses Werts betragen. Und weil die Rendite der Staatsanleihen kontinuierlich sinkt, geht auch der Höchstrechnungszins seit Jahren abwärts. Lag er Mitte der Neunzigerjahre noch bei 4 Prozent, wird es ab Januar 2012 weniger als die Hälfte dessen sein (siehe Grafik).   Zinssenkung bringt Spielraum Während die Anbieter den Zinsschritt als zu heftig bezeichnen – eine Absenkung auf 2,0 Prozent hätte ihrer Ansicht nach gelangt –, halten unabhängige Marktteilnehmer wie die Rating-Agentur Fitch den Zinsschritt für berechtigt. „Zehnjährige Bundesanleihen rentierten im Verlauf von 2010 nur unwesentlich über dem Garantiezins von 2,25 Prozent. Durch den abgesenkten Zins steht den Versicherern wieder etwas mehr Spielraum zur Verfügung", so Christoph Schmitt, Direktor und Versicherungsanalyst bei Fitch Ratings in Frankfurt. Die Garantiezinssenkung ist aber nicht das einzige Problem. Denn auch für Bestandskunden sieht es eher mau aus. Klassische Lebensversicherungen sind per Definition sichere Produkte: Die Versicherungsgesellschaften unterliegen bei ihrer Kapitalanlage strengen gesetzlichen Vorschriften. Der Anteil festverzinslicher Papiere macht allein rund 85 Prozent des Anlageportfolios aus.