Das Goldene Dutzend: „Zwischen 2013 und 2015 steht Gold bei 8.000 Dollar“

James Turk, Chef und Gründer des Goldhändlers Goldmoney

James Turk, Chef und Gründer des Goldhändlers Goldmoney

// //

DAS INVESTMENT.com: Haben Sie eine persönliche Erinnerung an Ihre erste Begegnung mit Gold?

James Turk: Ja, als ich ein kleiner Junge war, haben meine Eltern mir von Gold- und Silbermünzen erzählt. Sie haben mir auch ein grundlegendes Verständnis von Geld vermittelt, vor allem die Bedeutung von stabilem Geld.

DAS INVESTMENT.com: Und wann haben Sie das erste Mal ein Investment in Gold schätzen gelernt?

Turk: Ich sehe Gold nicht als eine Investition. Gold ist Geld. Diese beiden Konzepte sind von Grund auf verschieden.

Bei einer Investition riskieren Sie Ihr Geld in der Hoffnung auf eine hohe Rendite. Geld, das nicht investiert wird, ist Ihre Liquidität, die Ihnen zur Verfügung steht, bis auch dieses Geld angelegt oder ausgegeben wird. Gold ist also keine Investition, weil es weder einen Cash-Flow erzeugt noch Vermögen kreiert. Der steigende Goldpreis spiegelt lediglich den Kaufkraftverlust einer Währung wider, in der dieser „Preis“ ausgedrückt wird. Gold dagegen schützt das eigene Vermögen – eine der wichtigsten Funktionen einer stabilen Währung.

Deutlich wird dies an einem Beispiel: Mit einer Unze Gold kann man heute noch genau so viel Erdöl kaufen wie vor 60 Jahren. Somit hat Gold in dieser Zeit nicht das eigene Vermögen gesteigert, sondern über all die Jahre ihre Kaufkraft erhalten. Wie bereits gesagt, eine der wichtigsten Eigenschaften einer stabilen Währung.

DAS INVESTMENT.com: Gilt Gold heute immer noch uneingeschränkt als Krisenwährung?

Turk: Mit Sicherheit, denn Gold hat kein Kontrahentenrisiko. Bei Sachanlagen hängt der Wert daher weder von irgendwelchen Versprechen noch von der finanziellen Leistungsfähigkeit bestimmter Personen ab.

DAS INVESTMENT.com: Glauben Sie, dass ältere Investoren aus der unmittelbaren Nachkriegsgeneration heute noch ein anderes Verhältnis zu Gold haben, als die derzeitige Generation von Investmentbankern?

Turk: Definitiv. Immerhin können sich ältere Generationen noch an die Währungsturbulenzen erinnern. Sie haben hautnah miterlebt wie das Papiergeld seinen Wert verlor. Jüngere Generationen dagegen haben so etwas noch nicht miterleben müssen, es sei denn, sie haben in den 1990ern in Jugoslawien oder kürzlich in Zimbabwe gelebt.

DAS INVESTMENT.com: Was müsste passieren, damit der Goldpreis einbricht?

Turk: Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass der Goldpreis zusammenbricht, solange die aktuellen Tendenzen unverändert bleiben. Aber dass Währungen wie der Dollar oder der Euro kollabieren und ihre Kaufkraft verlieren, dafür kann ich die unterschiedlichsten Gründe finden. Regierungen drucken neues Geld und Staaten müssen sich gegenseitig aus der Schuldenklemme helfen – das sind nur zwei der Gründe, die dafür sorgen, dass der Goldpreis im Vergleich zum Wert dieser beiden Währungen steigt.

DAS INVESTMENT.com: Rechnen Sie mit massiven Goldverkäufen von Zentralbanken?

Turk: In einem Interview mit der amerikanischen Finanzzeitung „Barron’s“ im Oktober 2003 – damals war der Goldpreis noch bei 350 Dollar je Feinunze – habe ich gesagt, dass wir zwischen 2013 und 2015 einen Goldpreis von 8.000 Dollar sehen werden. Diese Prognose vertrete ich noch heute, denn es gibt aus meiner Sicht keine Indikation, die meine Annahme widerlegt. Und für dieses Jahr rechne ich weiterhin damit, dass wir einen Goldpreis von 1.800 Dollar sehen werden.