Dax 12.000 Kommt der Crash oder jetzt noch einsteigen?

Wolfgang Juds, Geschäftsführer der CREDO Vermögensmanagementgesellschaft

Wolfgang Juds, Geschäftsführer der CREDO Vermögensmanagementgesellschaft

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Neun von zehn Analysten sind in diesen Tagen positiv für Aktien gestimmt. „Aktien sind alternativlos“, so ist es von vielen Börsenexperten in diesen Tagen zu hören. Überall wird zum Einstieg in die Aktien geblasen. Vor allem die Mischfonds finden großen Anklang bei den Anlegern. Die Mittelzuflüsse in Investmentfonds nehmen zu. Die Stimmung unter den Anlegern ist sehr gut, denn es gab kaum Anlageklassen im abgelaufenen Quartal, die nicht gut gelaufen sind. Warum also jetzt nicht in Aktien einsteigen? Um diese Frage zu beantworten, sollten zuvor die Ursachen des Börsenanstiegs  geklärt werden.

Gründe für den Kursanstieg

Nicht die positive Konjunkturentwicklung in der Eurozone hat die Börsenrally ausgelöst, sondern die Europäische Zentralbank hat mit ihrer lockeren Geldpolitik die Märkte geflutet. Nicht die Ertragslage der Unternehmen bestimmt in diesen Tagen die Börsenkurse, sondern die Aussagen der Notenbanken treiben die Kurse nach oben.  Die Initialzündung fand am Donnerstag, den 22. Januar 2015 um 14.25 Uhr statt: EZB-Chef Mario Draghi gibt im Rahmen der EZB-Pressekonferenz die Entscheidung der Notenbank über den milliardenschweren Kauf von Staatsanleihen bekannt.

Seit März 2015 werden monatlich etwa 60 Milliarden Euro an öffentlichen und privaten Anleihen aufgekauft. Niemals zuvor hat die Zentralbank in diesem Umfang am Markt agiert. Da weitere Zinssenkungen kaum noch möglich sind, hat die EZB zu ihrer stärksten Waffe gegriffen. EZB-Chef Draghi möchte unbedingt erreichen, dass die Preise in der Eurozone wieder steigen und die Inflation zunimmt. Außerdem möchte er den Euro schwächen, um die Wirtschaft in der Eurozone anzukurbeln.

Die EZB flutet die Märkte und der Euro geht auf Talfahrt!


Bereits eine Woche vorher am 15. Januar 2015 gab die Schweizer Notenbank überraschend bekannt, dass sie den Mindestkurs von 1,20 Euro gegenüber dem Euro aufgibt. Binnen weniger Minuten schoss der Kurs des Franken in die Höhe – gegenüber dem Euro überschritt er zeitweilig sogar die Parität. Auch gegenüber den anderen wichtigen Währungen der Welt wie dem US-Dollar und dem Britischen Pfund sackte der Euro ab. Im Schnitt verlor der Euro im ersten Quartal 2015 im Außenwert etwa zehn Prozent, was vor allem an der lockeren Geldpolitik der EZB liegt.

Immer, wenn es von einer Sache mehr Angebot als Nachfrage gibt, sinkt der Preis – und die EZB hat mit ihrer Geldpolitik das Angebot an Euro erheblich ausgeweitet, denn durch die Anleihekäufe wird neues Geld in Umlauf gebracht. Die wichtigsten Konsequenzen sind fallende Zinsen, die sogar in den negativen Bereich gesunken sind und ein fallender Euro-Wechselkurs.