DB Bauspar-Vorstand Michael Ost „Bausparen ist ein Zinssicherungsinstrument“

Michael Ost, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Bank Bauspar AG. | © DB Bauspar AG

Michael Ost, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Bank Bauspar AG. Foto: DB Bauspar AG

DAS INVESTMENT: Hochverzinste Altverträge sind im Niedrigzinsumfeld eine generelle Belastung für Bausparkassen. Wie geht die DB Bauspar damit um?

Michael Ost: Wir haben den Vorteil, dass wir etwas jünger sind als der Großteil unserer Mitbewerber. Wir wurden erst vor rund 30 Jahren gegründet - darum haben wir nicht ganz so viele Altverträge. Zudem haben wir die Zinsentwicklung frühzeitig erkannt und unser Produktangebot angepasst. Aber auch wir haben Verträge, die mit drei oder vier Prozent verzinst sind. Das ist für uns ebenfalls eine Herausforderung. Was wir damit machen? Wir sprechen mit unseren Kunden und fragen beispielsweise, ob der Immobilienwunsch überhaupt noch besteht. Wenn nicht, suchen wir nach Alternativen. Wenn ja, fragen wir weiter: Reicht die Bausparsumme noch? Die Immobilienpreise sind inzwischen ja deutlich gestiegen. Eventuell sollte der Vertrag aufgestockt und der Tarif an die aktuellen Rahmenbedingungen angepasst werden. Wir haben das Thema Altverträge im Rahmen unserer Bestandsarbeit schon immer genutzt, um unsere Kunden anzusprechen und zu prüfen, ob der Vertrag noch zur Situation passt. Daran haben wir nichts geändert.

Lohnt sich Bausparen in der Niedrigzinsphase denn überhaupt noch? Schließlich bekommen Immobilienkäufer derzeit auch ohne Bausparvertrag günstige Kredite.

Ost: Die Zinsen sind in den vergangenen 30 Jahren immer wieder gesunken. Aber der Wind dreht. Vor rund eineinhalb Jahren hat man noch über Negativzinsen diskutiert, dann folgten Gespräche über die Zinswende. Aktuell geht es vor allem darum, wie schnell die Zinsen steigen werden. Und damit kommen wir wieder zurück auf Ihre Frage: Ja, Bausparen lohnt sich, weil Bausparen in dieser Phase ein besonders effektives Zinssicherungsinstrument ist.

Wie stark werden die Zinsen steigen?

Ost: Auch ich habe natürlich keine Glaskugel. Fakt ist, dass sich die Kapitalmarktzinsen von Ihren absoluten Tiefstständen im Jahr 2016 moderat erholt haben. Bis zum Ende dieses Jahres erwarten wir einen leichten Anstieg der 5- bis 10-jährigen Hypothekenzinsen auf etwa 2 Prozent. Mittelfristig gehen wir basierend auf den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen von einem weiterhin intakten Aufwärtstrend aus. Bei diesem Zinsszenario sind Zins- und Planungssicherheit für die Zukunft bei gleichzeitiger Flexibilität genau das, was aktuell bau- und kaufwillige Kunden suchen. Auch für Immobilienbesitzer, deren Finanzierungszins in ein paar Jahren ausläuft und die sich heute schon das aktuelle Zinsniveau für später sichern möchten, sind das durchaus relevante Aspekte. Die Vorteile des Bausparens insbesondere als Zinssicherungsinstrument müssen wir gerade jungen Kunden, die erst in ein paar Jahren kaufen oder bauen wollen wieder überzeugend vermitteln.