Debatte Sind geschlossene Sachwert-Investments „Teufelszeug“?

Susanne Schönefuß, Expertin für Marketing und Vertrieb von Finanzdienstleistungen und Investmentfonds

Susanne Schönefuß, Expertin für Marketing und Vertrieb von Finanzdienstleistungen und Investmentfonds

Es ging ein Raunen durch den Saal, als kürzlich bei einem Treffen der Sachwert-Branche ein Verbraucherschützer die These vertrat, dass  alle Sachwert-Investments, die zu einem Totalverlust führen könnten, zum sogenannten grauen Kapitalmarkt zählten. Ein Schlag ins Gesicht der Anwesenden, die viel Nerven, Zeit und Geld in die Umsetzung der AIFM-Richtlinie gesteckt haben, um ihre Unternehmen auf die umfangreichen aufsichtsrechtlichen Vorgaben der BaFin umzurüsten.

Aller Empörung zum Trotz - weiterhin hat die Branche viele Skeptiker und kämpft gegen Vorurteile an. So ergab eine Umfrage des AfW Bundesverband Finanzdienstleistung e.V., bei der 1.700 Vermittler befragt wurden, dass viele Berater geschlossene Sachwert-Investments als „Teufelszeug“ ansehen und deshalb nicht vertreiben wollen.

Es gibt also weiterhin viel zu tun, um Vertriebspartner, Anleger und Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass Sachwert-Investments gleichberechtigt mit anderen Formen der Kapitalanlage in ihre Investmentstrategie gehören. Und das sich spätestens mit Umsetzung der AIFM-Richtlinie viel getan hat, um die Investments für Verbraucher sicherer zu machen. Hierzu können Imagekampagnen der Dachverbände beitragen, um beispielsweise das Wissen zu Änderungen des KAGB sowie zur Beratungsdokumentation und -haftung zu erhöhen.

Aber auch jeder einzelne Anbieter ist gefragt am Imageaufbau mitzuwirken und seine Positionierung sowie die Leistungsmerkmale, die ihn deutlich vom Wettbewerb abheben, herauszustellen. Denn unabhängig von der Definition weißer oder grauer Kapitalmarkt - Vertrauen ist der zentrale Pfeiler der Geldanlage. Es entsteht durch Verlässlichkeit, Ehrlichkeit und Beständigkeit.

Denn nichts schafft und erhält Vertrauen so sehr, wie regelmäßiger und offener Austausch. Die Manager von Real Assets müssen deutlich mehr kommunizieren und überzeugend darlegen, warum Investitionen in Sachwerte grundsätzlich sinnvoll sind. Wie es gerade ihnen gelingt, lukrative Investitionsmöglichkeiten für die Anleger zu schaffen und wie sie die damit verbundenen Risiken managen, um Mehrwerte zu schaffen und zu erhalten.

Es gibt keinen Anspruch auf risikolosen, nicht erarbeiteten Reichtum. Wer eine gegenüber banktypischen Kapitalanlagen überdurchschnittliche Rendite erzielen möchte, muss als Kapitalgeber ein erhöhtes Risiko eingehen, gegebenenfalls bis hin zum Totalverlust.

Glücklicherweise leben wir in einer freien Wirtschaftsordnung, bei der jeder die Wahl hat, eine Investitionsentscheidung zu treffen, die seiner persönlichen Risikoneigung und seinen Anlagezielen entspricht.

Susanne Schönefuß- Machen Sie sich einen Namen.
Susanne Schönefuß ist Expertin für Marketing und Vertrieb von Finanzdienstleistungen und Investmentfonds. Sie verfügt über mehr als 16 Jahre Erfahrung in der Finanzdienstleistungsbranche -davon 8 Jahre im Vorstand und als Geschäftsführerin bei einem Emissionshaus. Die Herausforderungen, der sich die Sachwertbranche in Bezug auf Markt und Regulierung stellen muss, kennt sie gut. Sie ist Juristin und berät seit 2009 Emissionshäuser, Vermögensverwalter und andere Finanzdienstleister dabei, bekannter zu werden und neue Kunden zu gewinnen.
Weitere Informationen unter www.susanne-schoenefuss.de.