Deflationsspirale droht Honorarberater über Drogendealer, Fed, und das Dilemma der Notenbanken

Marc Friedrich und Matthias Weik (v. li.)

Marc Friedrich und Matthias Weik (v. li.)

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Groß wurde vorab getönt, von vielen Marktteilnehmern und Experten war eine Zinserhöhung erwartet und noch nur reine Formsache. Und dann kam am 17. September das große Nichts. Die Zinsen wurden nicht erhöht. 

Nun ist man noch mehr verunsichert und beinahe schockiert. Es läuft doch rund in den USA, oder? Man verzeichnet ein Rekordtief bei der Arbeitslosenquote mit 5,1 Prozent; das ist nach der Auffassung der FED fast Vollbeschäftigung - wobei man da unserer Meinung noch 5,1 Prozent entfernt ist. Aber andere Länder, andere Sitten.

Was hat die seit jetzt schon 2006 andauernde Niedrigzinsphase gebracht? Ein kumuliertes US-Wirtschaftswachstum von beachtlichen 7,9 Prozent. Spaß beiseite, das ist natürlich lächerlich. Dafür sind die Aktienmärkte um 215 Prozent explodiert. Das Geldkarussell muss sich weiter drehen und so auch die Umverteilungsmaschine. 

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Die FED hat also, wie von uns prophezeit und auch in unserem Buch  „Der Crash ist die Lösung“ schon 2014 geschrieben, die Zinsen nicht erhöht und wieder einmal feige den Schwanz eingezogen. Wir werden weiterhin historisch tiefe Zinsen haben. Wir sind fest davon überzeugt, dass sich daran so schnell auch nichts ändern wird beziehungsweise sogar ändern kann. Ja, kann, den die Notenbanken sind in einer prekären Zwickmühle. 

Aus dem Leitzins wurde Leidzins

Was die Notenbanken 1929 bei der Großen Depression falsch gemacht haben, nämlich den Geldhahn zuzudrehen und die Wirtschaft sowie den Konsum damit abzuwürgen, wollten sie 2001 und 2008 mit dem anderen Extrem richtig machen – ohne an die verheerenden Nebenwirkungen zu denken. Die Märkte wurden massiv mit Geld geflutet. Noch nie war mehr Geld im Finanzsystem als aktuell. Noch nie waren die Verschuldung der Staaten höher und die Zinsen der Notenbanken auf globaler Ebene niedriger.