Degussa-Chefvolkswirt So treibt die EZB die Inflation in die Höhe

Degussa-Chefvolkswirt Thorsten Polleit

Degussa-Chefvolkswirt Thorsten Polleit

Die Inflation kommt weder über Nacht, noch fällt sie wie ein Naturereignis vom Himmel. Sie bahnt sich an, hat eine Vorgeschichte. Und sie ist stets menschgemacht. Wenn man über Inflation spricht, ist es sinnvoll, genau zu sagen, über was man spricht. Die meisten Menschen verstehen unter Inflation einen fortgesetzten Anstieg der Konsumentenpreise. Das jedoch ist zu kurz gegriffen.

Denn das fortgesetzte Ansteigen der Preise ist nur das Symptom einer Ursache - und diese Ursache ist das Wachstum der Geldmenge. Vereinfacht gesprochen: Steigt die Geldmenge, so fallen auch die Preise höher aus (im Vergleich zu einer Situation, in der die Geldmenge konstant geblieben wäre). So gesehen ist es sinn-voller, die Inflation als eine Geldmengenausweitung zu verstehen.

Vermögenspreisinflation

Hinzu kommt, dass das Ausweiten der Geldmenge sich nicht nur in den Preisen der Konsumgüter zeigt. Sie erfasst auch die Preise der sogenannten Bestandsgüter. Hierzu zählen zum Beispiel Häuser, Grundstücke, Aktien und Anleihen. Eine „Vermögenspreisinflation“ (englisch: „Asset Price Inflation“) zerstört die Kaufkraft des Geldes natürlich genauso wie eine Preisinflation der Konsumgüter.