Um Staatskrise abzuwenden Venezuelas Präsident will neue Digitalwährung schaffen

Venezuelas Staatspräsident Nicolas Maduro spricht vor der verfassunggebenden Versammlung. Der international in Kritik stehende Staatschef will eine neue Kryptowährung schaffen, um die Staatsfinanzen zu sanieren. | © Getty Images

Venezuelas Staatspräsident Nicolas Maduro spricht vor der verfassunggebenden Versammlung. Der international in Kritik stehende Staatschef will eine neue Kryptowährung schaffen, um die Staatsfinanzen zu sanieren. Foto: Getty Images

Hier soll offenbar an die Erfolgsgeschichte des Bitcoin angeknüpft werden, dessen Kurs im laufenden Jahr um rund 1.200 Prozent zugelegt hat: Um Geld in die leeren öffentlichen Kassen zu spülen, will Venezuelas Präsident Nicolás Maduro eine neue Digitalwährung aus der Taufe heben. Die Ankündigung machte der umstrittene Staatschef in der jüngsten Ausgabe der venezolanischen Fernsehsendung „Domingo con Maduro“.

Die Kryptowährung mit dem Namen „Petro“ – Synonym für Erdöl ­­– soll der hohen Inflation entgegenwirken und dem Land aus der Wirtschaftskrise helfen, so Maduros Idee. Abgesichert sein soll sie durch die landeseigenen Rohstoffreserven an Öl, Mineralien und Diamanten. Mit der neu zu schaffenden Währung will Maduro nach eigener Aussage den „Finanzkrieg“ bekämpfen, den die USA und ihre Verbündeten gegen die sozialistische Regierung Venezuelas angezettelt hätten.

Das südamerikanische Land durchlebt momentan eine Staatskrise. Die Ende Juli eingesetzte verfassunggebende Versammlung räumt dem Präsidenten umfangreiche Machtbefugnisse ein. Die Opposition spricht von einer aufziehenden Diktatur. Die USA haben gegen hohe Regierungsvertreter, darunter auch Maduro selbst, Finanzsanktionen verhängt, nachdem die Regierung das von der Opposition dominierte Parlament entmachtet hatte. Dem hochverschuldeten Land droht derzeit ein Staatsbankrott.