Der Kampf um die Altersvorsorge für Führungskräfte

Begehrte Zielgruppe: Geschäftsführer kleiner und mittelgroßer <br> Unternehmen sind für Fondsgesellschaften ein guter Einstieg <br> in die bAV, Quelle: complize / photocase.com

Begehrte Zielgruppe: Geschäftsführer kleiner und mittelgroßer
Unternehmen sind für Fondsgesellschaften ein guter Einstieg
in die bAV, Quelle: complize / photocase.com

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Hauptsache sicher – so lautet seit Generationen das Motto in der betrieblichen Altersversorgung (bAV). Doch in Zeiten niedriger Zinsen sehen Versicherungsprodukte zunehmend unattraktiv aus. Eine Direktversicherung bietet ab 2012 nur noch eine garantierte Verzinsung von 1,75 Prozent auf den Sparanteil und damit weniger als die Inflationsrate.

Kein Wunder also, dass Fondsgesellschaften, die für Kostentransparenz und die Chance auf eine deutlich bessere Performance stehen, in einem solchen Umfeld Oberwasser bekommen. So verwaltet die US-Gesellschaft Fidelity, die seit 2006 den deutschen bAV-Markt beackert, in diesem Sektor inzwischen ein Volumen von 437 Millionen Euro.

Bislang lag der Fokus dabei auf Großunternehmen. Nun wollen die Amerikaner verstärkt mittelständische Unternehmen von ihrem Fondsangebot überzeugen, und auch kleinere Anbieter wie Sauren drängen in dieses Segment.

Selbst versicherungsgebundene Asset Manager wie Allianz Global Investors oder Generali Investments wollen mit einem Fondsangebot diese Kunden ansprechen, machen das aber nicht publik, um Ärger mit ihren Muttergesellschaften zu vermeiden. Anfangen wollen die Unternehmen dabei mit der Altersversorgung der Chefs dieser mittelständischen Firmen, auch Gesellschafter-Geschäftsführer (GGF) genannt.

Wie Chefs sparen ist unbekannt

In Deutschland gibt es schätzungsweise 452.000 GmbHs, und ihr Status als quasi Selbstständige befreit deren Geschäftsführer von der Sozialversicherungspflicht. Wie diese Zielgruppe für das Alter vorsorgt, dazu gibt es nach Aussage von Klaus Mössle keinerlei Zahlen. „Aus unseren Erfahrungen wissen wir, dass die rückgedeckte Pensionszusage am meisten genutzt wird“, so der Geschäftsführer bei Fidelity mit Verantwortung für das institutionelle Geschäft.

An zweiter Stelle stehe die Unterstützungskasse, es gebe aber natürlich auch Unternehmer, die privat sparen. Letzteres erscheint aber wenig ratsam. Denn in diesem Fall muss ein GGF seinen Gewinn zunächst auf Unternehmensebene versteuern und zahlt anschließend auf die Erträge aus Wertpapieren oder Fonds noch einmal 25 Prozent Abgeltungssteuer.

Spart er hingegen auf Betriebsebene, ist das steuerlich gesehen effizienter. Zum einen wird der GGF nicht doppelt belastet, und zum anderen werden Kursgewinne auf Wertpapiere und zum Teil auch die Dividenden mit einem Satz von 1,5 Prozent besteuert. „Sofern die Gesellschaft Gewinn erwirtschaftet, ist für einen GGF der interne Aufbau der Altersversorgung immer die bessere Alternative“, sagt Stefan Oppelt, Inhaber des bAV-Beraters BPAV in Rödermark.