Der nächste Dino steigt ab General Electric macht den HSV

Da lachen sie noch, denn die Zeiten waren besser: Der heutige General-Electric-Chef John Flannery (links) und sein Vorgänger und damaliger Chef, Jeffrey Immelt, verlassen 2014 den Élysée-Palast nach einem Besuch bei der französischen Regierung | © Getty Images

Da lachen sie noch, denn die Zeiten waren besser: Der heutige General-Electric-Chef John Flannery (links) und sein Vorgänger und damaliger Chef, Jeffrey Immelt, verlassen 2014 den Élysée-Palast nach einem Besuch bei der französischen Regierung Foto: Getty Images

„Welches Gründungsmitglied ist heute noch im Dow-Jones-Index enthalten“ – in den Neunziger Jahren war das die Standardfrage für Prüflinge, die Bankkaufmann werden wollten. Im Januar 1997 war ich einer von ihnen. Es war auch eine Information, mit der man auf Partys ein kleines bisschen angeben konnte.

Doch das Thema ist nun durch. Nachdem Bundesliga-Gründungsmitglied HSV im Mai erstmalig abstieg, stirbt jetzt der zweite Dino auf dieser Welt einfach weg. Der große Irgendwas-mit-Strom-Mischkonzern General Electric (GE) fliegt am 26. Juni aus dem bekanntesten Aktienindex der Welt. Er war bei dessen Geburt 1896 mit dabei. Und seit einer Pause von 1898 bis 1907 ist er wieder durchweg darin vertreten.

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Der Rausschmiss ist ein Spiegel der heutigen Zeit. Mit solider Industrie bringt man heute kaum noch ein Kabel zum Glühen. Die Welt hat sich weitergedreht, wie auch der Indexmacher S&P Dow Jones Indices bestätigt: „Seit damals hat sich die US-Wirtschaft verändert: Konsum-, Finanz-, Gesundheits- und Technologie-Unternehmen sind heute prominenter. Die relative Bedeutung von Industrie-Unternehmen ist gesunken“, heißt es in der Pressemitteilung.

Und wer ersetzt die Elektriker? Die größte Apothekenkette der USA, Walgreens Boots Alliance – 8.175 Läden, über 2.000 davon rund um die Uhr geöffnet. Es lässt tief blicken, dass die Aktie nicht an der New Yorker Börse, sondern an der Computerbörse Nasdaq notiert ist. Der neue Zeitgeist lässt grüßen. Im breiter gefassten Aktienindex S&P 500 ist das übrigens auch schon 117 Jahre alte Unternehmen bereits enthalten.

Die Indexmacher fühlen sich mit der Entscheidung wohl. Es heißt weiter: „Mit der Aufnahme wird der Dow-Jones-Index repräsentativer, was Konsum- und Gesundheitsbranche der US-Wirtschaft betrifft. Die Änderung macht den Index zu einem besseren Maßstab für Wirtschaft und Aktienmarkt.“

Es ist ein weiterer Tiefpunkt in einer schwierigen Zeit. Zum zweiten Mal seit der großen Depression musste GE die Dividende kürzen, berichtet die „New York Times“. Im vergangenen Herbst warnte Firmenchef John Flannery, dass die Sparte für Windenergie Probleme habe.

Das alles spiegelt sich im Aktienkurs wider, der sich seit Anfang 2017 unglaublich schwach entwickelt. Trotzdem ist GE nicht das kleinste Unternehmen im Dow. Fünf Unternehmen sind weniger wert, darunter die berüchtigte Investmentbank Goldman Sachs, der Baumaschinen-Bauer Caterpillar und die Kreditkartengruppe American Express.