Der Trend zum „Green Business“ Nachhaltiges Handeln oder PR?

Bild: Screenshot

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Was sich hinter „Green Business“ versteckt

Den meisten Firmen ist bewusst, dass Nachhaltigkeit zu den wichtigsten zukunftsweisenden Themen gehört. Ohne einen verantwortungsvollen Umgang mit den vorhandenen Ressourcen, ist es auf Dauer schlecht um die Wirtschaft bestellt. Die Ursprünge zur Nachhaltigkeit und letztendlich auch dem „Green Business“ lassen sich dabei bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen. Dort wurde das erste Mal schriftlich erwähnt, dass nur so viel Holz im Wald geschlagen werden soll, wie der Wald verkraften kann.

Dieses Grundprinzip aus der Forstwirtschaft, nicht mehr Ressourcen zu verbrauchen, als auch nachwachsen können stammt von Hans-Carl Carlowitz und hat sich später auch auf andere Landwirtschaftsbereiche ausgedehnt. Damit sollte gewährleistet sein, dass Ökosysteme so lange wie möglich erhalten bleiben und damit auch genutzt werden können. Ressourcen, die nicht nachwachsen oder nachproduziert werden können, sollten nur noch stark eingeschränkt verbraucht werden. Demnach gehört der Umweltschutz mit zur treibenden Kraft für „Green Business“.

Allerdings bedeutet „Green Business“ mehr als nur Verantwortung für Klima und Umwelt zu nehmen. Unternehmen, die sich dem „Green Business“ verschreiben, stehen auch in der Verantwortung ihren Angestellten gegenüber. Eine vernünftige Bezahlung, die zum Leben reicht, den Schutz der Gesundheit am Arbeitsplatz und menschenwürdige Arbeitsbedingungen gelten als Voraussetzung für soziale Nachhaltigkeit. Gleiche Voraussetzungen sollten für externe Unternehmen gelten, mit denen zusammengearbeitet wird.

Zusammengefasst bedeutet dies, dass Unternehmen, die für „Green Business“ stehen, vor allem ökologische und soziale Nachhaltigkeit praktizieren. So kommen die vorgelebten Prinzipien gleichermaßen Mensch und Umwelt zu Gute.

Wie sehen Unternehmen und Kunden „Green Business“?

Was für Mensch und Umwelt gut ist, muss auch für Unternehmen gut sein. So sehen es 86,3 Prozent der Großinvestoren, die 2010 befragt wurden. Die Edhec-Studie zeigte, dass diese 86,3 Prozent den Umweltschutz als wichtiges Investmentthema ansahen. Als wichtigstes Teilthema wurde dort der Klimawandel genannt. Dies erklärt, warum sich in immer mehr Unternehmen Hinweise auf den „CO2-footprint“ finden lassen. Durch diesen CO2-Fußabdruck wird der Gesamtbetrag der CO2-Emission dargestellt, der durch eine Aktivität oder einen Prozess entsteht. Es wird errechnet wieviel CO2 bei der Erstellung eines Produkts oder dessen Lieferung entsteht. Somit kann ein direkter Bezug zum Anstieg der CO2-Menge in der Atmosphäre und zur Klimaerwärmung geschaffen werden.

Die Kunden wissen nun wie „klimaneutral“ das von ihnen verwendete Produkt oder die in Anspruch genommene Leistung ist. Solch eine vergleichbare Größe macht es für Kunden und Unternehmen gleichermaßen interessant, den Umweltschutz als Entscheidungskriterium für den Kauf oder das Kaufangebot mit einzuschließen. Unkonkrete und schwammige Formulierungen von Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind durch konkreter Zahlen vergleichbar. Anhand von Tonnen an CO2 pro Jahr, die eingespart werden, erhalten Kunden einen guten Eindruck davon, wieviel ihr Kauf zum Klimaschutz beiträgt.

Am deutlichsten ist es in der Energiebranche selber sichtbar. Strom aus Kohlekraftwerken ist an eine direkte Emission an Treibhausgasen, beziehungsweise CO2 gekoppelt. Aus einem Interview mit Greenpeace geht hervor, dass alleine die eingesparte Menge an CO2 pro Kunde, der seit 15 Jahren Ökostrom bezieht, etwa 45 Tonnen des Treibhausgases ausmacht. Dies sind umgerechnet immerhin noch 3 Tonnen pro Jahr.