Deutsche Aktien Dax-Stand von mehr als 20.000 Punkten zu erwarten?

Händler schaut auf die Dax-Tafel an der Frankfurter Wertpapierbörse: „Die Historie zeigt: Anlegen in Aktien lohnt sich. Es zeigt aber auch: Dividenden sind wichtig“, erklärt Hubert Thaler von Top Vermögen in Starnberg.  | © Getty Images

Händler schaut auf die Dax-Tafel an der Frankfurter Wertpapierbörse: „Die Historie zeigt: Anlegen in Aktien lohnt sich. Es zeigt aber auch: Dividenden sind wichtig“, erklärt Hubert Thaler von Top Vermögen in Starnberg. Foto: Getty Images

Hubert Thaler, Top Vermögen AG

Pünktlich zum 30-jährigen Jubiläum im Dezember kratzte der Dax an einem neuen Allzeithoch. Gestartet bei 1.000 Punkten konnten Anleger der ersten Stunde ihr Kapital rund verdreizehnfachen. Das reicht auch noch für einen satten Inflationsausgleich, bei einer jährlichen Rendite von fast 9 Prozent.

Da beim Dax Performance-Index die Dividenden wieder neu investiert werden, handelt es sich um einen Index, welcher Kursgewinne und Dividendenzahlungen vermischt. Der Dax Kursindex ohne Dividenden handelt denn auch nur bei gut 6.000 Punkten, also nicht einmal halb so viel. In den letzten 30 Jahren waren die Dividenden die eigentlichen Kurstreiber.

Struktur der Dax-Mitglieder

Dies ist sicherlich in der Struktur der Dax-Mitglieder begründet. Die neuen Technologiewerte, wie die Google, Facebook und Co. fehlen nämlich im deutschen Index. Das derzeit größte Indexgewicht von fast zehn Prozent hält SAP. SAP ist damit aber der Jungspund unter den Schwergewichten. Danach folgen Bayer, gegründet 1863, Allianz, gegründet 1890 und Siemens mit dem Gründungsjahr 1847. Ein Konglomerat, welches auch bereits heftige Krisenzeiten gut überstanden hat.

So gut die Dax-Schwergewichte in der Vergangenheit industrielle Disruptionen überstanden haben, so zeigt sich doch, dass echte Neuerungen häufig durch neue Unternehmen hervorgebracht werden. Und die Innovationszyklen werden immer kürzer.

Dax als Basisinvestment

Daher bieten sich große Indizes, wie der Dow Jones Index oder eben der Dax durchaus als Basisinvestment an. Die Wassergräben, welche die Margen der Unternehmen hochhalten, werden aber durch einen zunehmenden Wettbewerb zunehmend schmaler. Es lohnt daher der Blick abseits der Indizes, denn gute Herausforderer bestimmen zunehmend den Takt. 

Die Prognose für einen weiteren Dax-Anstieg, um die 9 Prozent im Jahr, sollten Anleger daher ad-acta legen. Das Wachstum in den Industrieländern wird in den kommenden zehn Jahren aufgrund der fehlenden Demographie-Dividende deutlich niedriger ausfallen.

Dax-Stand im Jahr 2028

Für die „Dax 30“-Unternehmen werden zum Erhalt der Vormachtstellung erheblich höhere Investitionen als in der Vergangenheit nötig sein. Anleger sollten daher eher mit 5 Prozent im Jahr kalkulieren, 50 Prozent davon über die Dividende. Das macht aber auch noch einen Dax-Stand von über 20.000 Punkten in 2028.